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The End

So, jetzt bin ich schon seit über 2 Monaten wieder in der „Heimat“ und doch habe ich eines meiner bisher größten Abenteuer noch nicht so richtig verarbeitet. Das kann zum einen daran liegen, dass ich von den 8 Wochen, 4 auf Seminar verbracht habe, 2 in Hamburg um organisatorische Fragen mit der Uni zu klären und die Zwischenzeit in Kassel, das heißt ich bin fast so viel gereist wie während meiner Weltreise und hatte nicht den Raum und die Ruhe für mich, um das Geschehene zu verarbeiten. Zum anderen habe ich mich bisher auch davor gescheut einen literarischen Abschluss der Reise zu finden, weil ich damit dieses Ereignis sozusagen abhake und damit etwas hinter mir liegt, wovon ich schon seit Jahren geträumt habe. Ich muss etwas zur Vergangenheit erklären, was ich manchmal viel lieber noch in der Zukunft aber vor allem in der Gegenwart sehen und erleben würde. Ich habe mich in den letzten Tagen dann aber doch überwunden, wenigstens die Fotos einmal zu sortieren, auszuwählen und in eine präsentable Form zu gießen. Dabei ist mir klar geworden, dass ein ständiges Aufschieben keinen Sinn macht, im Gegenteil sogar dazu führt, dass ich mich nicht lösen kann, in einer immer weiter verschwimmenden Vergangenheit schwelge und damit dieses für mich herausragende Abenteuer nicht so würdige, wie es das eigentlich verdient hätte.

Also, weg mit den Zweifeln und ran an den Speck, schließlich war mein Trip nach Alaska noch nicht beendet und auch meine Erlebnisse im „Kernland“ der USA sind durchaus eine Erwähnung wert.

Nach der grossartigen Erfahrung auf den Spuren Jack Londons durch die Wildnis Alaskas zu wandern, sollte das nächste Ziel Seattle sein. Doch bevor ich diese Stadt im Norden der USA, im Bundesstatt Washington, erreichen konnte, musste ich den Weg zurück finden zum Flughafen in Juneau, der die Anbindung zur Zivilisation garantiert. Ich habe denselben Weg von Skagway nach Juneau genommen, den ich auch schon bei der Hinfahrt benutzte: Eine wunderschöne Fahrt mit der Fähre durch die „Fjorde“ Alaskas (Ich bin mir sicher die heißen hier nicht Fjorde, auf diesen Begriff hat wohl Norwegen ein alleiniges Verwendungsrecht aber man kann es sich zumindest gut vorstellen). Durch die Hinfahrt hatte ich schon einiges gelernt. Der Platz an Deck ist der schönste aber nur mit einer warmen Ausstattung. Schlafsack, Mütze und Windjacke sind ein absolutes Muss. Ich habe mir also die wichtigen Dinge mit aufs Deck genommen und mir ein Lager für die nächsten Stunden eingerichtet. Alle Naturverbundenen, Wanderer, Camper nutzen den Raum an Deck. Die Plätze unter Deck überlassen wir gerne den „Pauschaltouristen“. An Deck ist die Verbindung mit der Wildnis noch stärker zu spüren, die Atmossphäre wenn sich der Himmel durch den Sonnenuntergang blutrot färbt, der würzige Duft der salzgeschwängerten Luft, das Rauschen der Wasserfälle, das Schreien der Möwen als würden sie die Durchreisenden begrüssen und natürlich nicht zu vergessen der strenge , kalte Wind, der einem in die Glieder fährt, auch wenn man eingepackt (natürlich im Sommerschlafsack, schließlich war ja noch August) auf einer Liege liegt. Das ist wahres Alaska- Feeling. Einfach herrlich….

 

In Juneau angekommen hatte ich mich der Herausforderung zu stellen, wie ich den 25 Meilen entfernten Flughafen erreichen sollte, ohne ein Taxi zu benutzen, was mir als einzeln Reisender natürlich viel zu teuer war. Ich entschloss mich das erste Mal in meinem Leben zu trampen. Also, ich meine jetzt so richtig, an einer viel befahrenen Strasse den Daumen raus, nett lächeln und hoffen… Natürlich war es schon dunkel, es hat ein wenig genieselt, also die beste Zeit um darauf zu hoffen, dass sich jemand eines langhaarigen, mit riesigem Rucksack bewaffneten, jungen Mannes erbarmt. Und tatsächlich, es passierten vielleicht vier oder fünf Autos und dann hielt auch schon eines. Ich habe den Namen der netten Frau leider schon wieder vergessen (Ich glaube sie hieß Eva), die mich aufsammelte. Ich konnte mich noch an sie erinnern, sie war auch schon am Deck des Schiffes gewesen und hatte Gitarre gespielt (Bei Sonnenuntergang natürlich, eine wundervolle Untermalung). Auf dem Weg zum Flughafen erzählte sie mir, sie sei Liedermacherin und Berufshippie und wolle nächstes Jahr nach Berlin um bei einem Fest zum Fall der Mauer eines ihrer Lieder über das Einreißen von Mauern zu singen. Auf Grund des guten Sinnzusammenhangs sah ich da erstmal keine Probleme und wünschte ihr beim Abschied alles Gute und bedankte mich für die Fahrt. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es mich schon ein wenig mit Stolz erfüllt das Wagnis Trampen eingegangen zu sein und bin fast enttäuscht, dass ich dieses Instrument nicht schon früher in Alaska häufiger genutzt habe, das hätte mir viel Geld gespart und ich hätte interessante Bekanntschaften machen können. So sind doch Tramper und diejenigen die Tramper mitnehmen schon etwas speziellere Menschen, im positiven Sinne.

Am Flughafen habe ich die Nacht verbracht und auch ein leider ein paar Dinge zurücklassen müssen. Mein Bärenspray durfte ich nicht im normalen Gepäck transportieren. Jetzt habe ich es nicht verwendet ( weil ich ja leider keinen Bären getroffen habe) und darf es noch nicht einmal als Souvenir mitnehmen. Scheiße, 30 Dollar verschwendet… Ich will gar nicht mit meinem Bärenkanister anfangen, der noch viel teurer war und den ich erst recht nicht brauchte…(den konnte ich wenigstens mitnehmen, für die heimischen Bären...) Naja aber es hätte ja sein können, safety first… Auf dem Weg zu Security-Check habe ich bemerkt, dass ich meinen kompletten Kulturbeutel bei mir hatte, den ich aus welchen Gründen auch immer in meinen kleinen Rucksack umgelagert hatte… Also das neue Shampoo weg, Duschzeug weg, verdammt sogar das Rasierwasser hatte mehr als 100ml… Außerdem das gute Schweizer Taschenmesser, welches mir meine Mutter vor der Reise schenkte. Das konnte ich ja nicht einfach so wegschmeißen, also nochmal 10 Dollar investiert um es vom Flughafen per Post nach Hause zu schicken. Wunderbar, Organisation und bedachte Planung ist nicht so mein Fall.

Endlich bin ich in den USA, also dem Kernland, auf dem Weg nach Kalifornien… Aber erst mal Seattle. Die Stadt aus „Schlaflos in Seattle“ und der Geburtsort von Starbucks. So viel wusste ich vorher… und viel mehr weiss ich jetzt auch nicht (das stimmt so nicht hört sich aber schön an). Mein Weg vom Flughafen führte mich mit der wunderschönen Monorail direkt nach Chinatown zu meinem Hostel. Aus dem Zug hatte man einen grossartigen Blick auf die Skyline und konnte einen ersten Eindruck gewinnen einer richtigen amerikanischen Grossstadt. Viel Beton, viel Glas, viel Stahl und alles echt riesig…. Völlig überraschend also…

 

Was mich an amerikanischen Städten wirklich überall genervt hat, ist das es im Innenstadt- Bereich einfach keine Supermärkte gibt. Bloß kleine Kioske mit einem Angebot, welches sich vielleicht am ehesten mit Tankstellen-Shops vergleichen lässt. Also schön einkaufen um selbst zu kochen- Fehlanzeige, dafür muss man mit dem Bus erst mal in die Peripherie um zum nächsten Wal- Mart zu gelangen. Wirklich unerfreulich für Nicht-Auto- Nutzer. Also war ich quasi gezwungen meist Essen zu gehen. Und was gibt es da in den USA, was nicht allzu teuer ist. Natürlich! Fast Food! Oh mann, was für eine schöne Ausrede um meine Vorliebe für Burger, Pommes, Burritos, Quesodillas und ähnlichem so richtig auszuleben… Sehenswürdigkeiten hat Seattle eine ganze Menge zu bieten und ich will nur eine kleine Auswahl treffen von dem was ich mir angeschaut habe. Am beeindruckendsten an dem ganzen Besuch fand ich einen Ausblick den ich auf die erleuchtete Skyline von Seattle hatte von einem Hügel aus, neben der denkmalgeschützten Gas Power Station im Stadteil Fremont. Nach einem abenteuerlich langen Fussmarsch (der bei Google-Maps nicht so lang aussah, aber die Grössenverhältnise sind in den USA anders als in europäischen Städten), der mich Teils durch dunkle Ecken und Parks trieb, in denen mir ein wenig mulmig wurde, habe ich so einen der wertvollsten Flecken urbaner Schönheit entdeckt, den man sich vorstellen kann. Eine von Autobahnen umsäumte glitzernde Welt aus Stahl, Glas und Beton die dem Betrachter vermittelt auch inmitten von Staub, Lärm und Abgasen einen Ort des Träumens finden zu können. Dieser Anblick hat mir auch die nächsten Ziele meiner touristischen Erkundungstour eingegeben, denn über meinen Aufenthalt im Kernland der USA hatte ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht und so immer wieder ein auf Berichten oder Eindrücken basiertes Programm spontan zusammengestellt. Die nächsten Ziele sollten die weltberühmte Space-Needle und das höchste Gebäude der Stadt sein. Die Needle, Wahrzeichen der Weltausstellung 1962, erwies sich als total überlaufen und absolut überteuert, so dass ich den Gedanken schnell verwarf nach oben zu fahren und mir dachte ein Blick auf die Stadt muss reichen. Auch wenn das Gebäude nicht so prestigeträchtig ist, so war es doch zumindest höher und ich denke, dass ist das was am meisten zählt.

Was wäre schon Seattle ohne ihr bekanntestes Export- Produkt: den Starbucks-Coffee. Schon in jeder anderen Grossstadt in Europa aber noch mehr in den USA begegnet einem ein Starbucks gleich mehrfach in der Fußgängerzone. Wie kaum ein anderes Produkt steht es für die Ausbreitung des globalen Handels und die kulturelle Hegemonie der USA. In Seattle aber nimmt die Präsenz des nach dem ersten Maat aus Moby Dick benannte Kaffezubereiters fast schon abstrakte Züge an. Alle paar hundert Meter kann man sich hier von Bagels, einem schlichten Latte Macciato, Moccacino oder noch kreativeren Kaffeevariationen verwöhnen lassen. Kaffee als Doping einer nach oben strebenden Mittelschicht oder auch als Statussymbol einer immer weiter umsichgreifenden Service-Gesellschaft... Natürlich durfte bei soviel Hype mein Besuch des ersten Starbuck-Cafes nicht fehlen. Vor den Türen hatte sich eine Acapella Combo platziert die herzerwichende Gospelsongs intonierten oder auch Klassiker des R&B.

 

So viel Hingabe und Stimmengewalt haben mich den Schriftzug am Gebäude beinahe vergessen lassen und so habe ich mich entschieden mich nicht in die meterlange Schlange aus Touris zu reihen um danach erzählen zu können ich hätte einen Latte Macciato mit Browniesplittern und Karamell Sirup im ersten Starbucks getrunken, sondern die fünf Dollar dafür zu verwenden mir eine CD als Andenken an diese Strassenkünstler zu erwerben. Eine weitaus bessere Entscheidung, so kann ich doch, sofern ich möchte, meiner Hommage an die Globalisierung auch in Hamburg (und inzwischen sogar in Kassel) Ausdruck verleihen.

Für die Weiterreise nach San Francisco habe ich mich für das günstigste öffentliche Verkehrsmittel entschieden, welches die USA zu bieten hat, den Greyhound Bus. Schon vieles hatte ich von diesen Bussen gehört, die letzten Gespräche mit einer Engländerin in Fairbanks waren eher beunruhigend. Sie berichtete mir von agressiven, aufdringlichen Mitfahrern und Busbahnhöfen in den schlechtesten Vierteln einer Stadt. Ich habe mich nicht entmutigen lassen, schließlich war ich schon in der dritten Klasse durch Russland gereist und habe in Hostels übernachtet die irgendwo im Hinterhof lagen und keiner der Anwesenden Englisch sprach. Die Tickets waren also schon gebucht für San Francisco aber noch keine Unterkunft. Im Hostel in Seattle war die Internetverbindung katastrophal, ich musste den Hausinternen Rechner benutzen, den man allerdings nur 15 Minuten kostenlos verwenden durfte. Der zeitliche Druck und die daraus resultierende unbefriedigende Situation haben wohl meine Konzentration gestört, denn ich musste, als wir schon beinahe in San Francisco angekommen waren, feststellen, dass ich einen Tag doppelt gebucht hatte und dafür, was noch viel schlimmer war, den ersten Tag überhaupt nicht. Aber alles der Reihe nach. Die Fahrt von Seattle nach San Francisco dauerte ungefähr 24 Stunden mit einem Umsteigen in Sacramento. Von den Bedenken der Engländerin hat sich nicht wirklich etwas bestätigt. Die Mitreisenden waren höflich und nett oder auch nicht, wie auch in jedem Zug in Deutschland. Das einzige was mich ein wenig schockierte, ist das es wohl immer noch so etwas wie eine stille Rassentrennung gibt. Nicht wiklich ausgeprägt aber spürbar in den Bussen. Die Weißen saßen zumeinst ganz vorne und die Schwarzen weiter hinten. Die Weißen standen auch immer als erste an den Gates haben dort ihre Koffer als Platzhalter installiert um ja als erste in den Bus zu kommen und sich die Plätze weiter vorne zu schnappen. Vielleicht war es auch einfach schlichter Zufall oder ich habe etwas gesehen was ich sehen wollte aber ich habe es als reale Abgrenzung empfunden.

Die Busbahnhöfe sind immer Downtown, das heißt im Zentrum der Stadt, dass in Europa ja eigentlich eher den Besserverdienenden „gehört“. In den USA ist die Stadtentwicklung aber anders verlaufen. Wahrscheinlich auf Grund der größeren individuellen Mobilität und dem zur Verfügung stehenden Platz sind die Reichen dort in die Vorstädte gezogen und die Innenstädte gehören den Obdachlosen und Arbeitslosen. Sie wohnen zwar nicht dort aber sie halten sich den Tag über meist in Downtown auf, so dass sich, gerade wenn man in der Dunkelheit dort ankommt und sich noch nicht auskennt, ein unsicheres Gefühl entwickeln kann. Negative Erfahrungen habe ich nicht gemacht, ganz im Gegenteil, ich habe sogar den ein oder anderen netten Small-talk führen dürfen mit Menschen die sich auf Grund meines großen Rucksackes für meine Reise interessierten.

 

Zurück zu meiner Fehlbuchung: Während einer der Pausen hatte ich mein Missgeschick bemerkt und mich noch um ein Ausweichhostel für den ersten Tag gekümmert, was allerdings nicht besonders erfolgreich war. So habe ich gezwungener Maßen, dass erste günstige Hotel gebucht welches mir Hotel.com anbot. In San Francisco angekommen habe ich mich im Hotel daran gemacht die nächsten Tage bis zu meiner Ankunft in LA zu planen, um nicht wie in Seattle völlig orientierungslos durch die Stadt zu laufen. Ich hatte schließlich noch einiges vor: Yosemite, Las Vegas, den Grand Canyon.... Und so habe ich Wegstrecken erkundet, Hostels gebucht, Autos gemietet, Permissions beantragt oder auch nicht, Ausflüge geplant und viel gerechnet, denn mein Geld war zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie aufgebraucht und trotzdem gab es noch viel zu erleben. Ich musste also stärker Haushalten als bisher und auch weitere Schulden einplanen. Ein persönlich Highlight buchte ich für den nächten Tag: Den Besuch eines Baseballspiels der SF Giants. Als alter Bravo-Sport Leser und Fan der American Sports (zuallererst wegen der so viel cooleren Maskottchen) habe ich mich schon genug geärget, dass die NBA gerade Pause machte und die NFL zwar gerade angefangen hatte aber alle in Frage kommenden Mannschaften zu den in Frage kommenden Zeiten Auswärtsspiele hatten. Na, dann zumindest Baseball. Aber dazu später mehr. Nach stundenlangen Planungen freute ich mich auf die erste Nacht seit Nowosibirsk alleine in einem Hotelzimmer.

Am nächsten Morgen ging ich kurz vor knapp zum Frühstück, welches man sich an der Rezeption nur kurz zusammensammeln sollte um es dann im Zimmer zu verzehren. Als ich mir gerade einen Kaffee einschenkte, kam eine Gestalt die Treppe herunter, die ich zuerst nicht beachtete, bis sie mich mit einem exterm erstaunten „Milan, was machst du den hier?“ ansprach. Und tatsächlich war es mein Kumpel Jan aus Frankfurt, gemeinsam mit seiner Freundin. Mir blieb vor Überraschung fast die Sprache weg, als ich die Frage an ihn zurückgeben wollte. Man muss sich das mal vorstellen, da treffen sich zwei Menschen in einer der berühmtesten Städte eines riesigen Landes, die voneinander nicht wussten, dass sie sich in diesem Moment dort aufhalten. Ich hatte mit Jan schon über ein halbes Jahr nicht mehr gesprochen. Ich war nur aus reinem Zufall in diesem Hotel gelandet und auch das Zeitfenster sich beim Holen des Frühstücks über den Weg zu laufen war äußerst knapp. Dieses Zusammentreffen ist so unmöglich, dass ich es nicht glauben würde, hätte ich es nicht selbst erlebt.

Nach kurzer Sprachlosigkeit fielen wir uns in die Arme und haben uns gefreut wie kleine Kinder. Da wir alle schon den Tag verplant hatten, verabredeten wir uns abends noch zum Bier.

Meine Reise sollte mich an diesem Tag nach Alcatraz führen, wofür ich allerdings keine Besichtigung mehr buchen konnte, weil diese tatsächlich schon Wochen bzw. Monate im Vorraus ausgebucht sind. Ich begnügte mich dann mit einer Hafenrundfahrt, die uns ganz nahe an die ehemalige Gefängnisinsel heranbringen sollte. Ein bißchen fühlt man sich Hineinversetzt in einen Film, wenn man diesem Gebäude mit beeindruckender Geschichte näher kommt. Ich erinnere mich an Bilder aus „The Rock“ oder dem wunderbaren Film mit Clint Eastwood über die Flucht aus Alcatraz den ich vor Jahrzehnten mal mit meinem Vater schaute. Alcatraz sieht wirklich so aus wie im Film und die Geschichte spricht sozusagen mit dem Betrachter. Fast noch beeindruckender als die Zeit als Staatsgefängnis für Schwerverbrecher (unter anderen Al Capone hat dort eingesessen) finde ich die Episode in der Alcatraz von Native Americans besetzt wurde um auf die Unterdrückung ihrer Minderheit in der amerikanischen Gesellschafft aufmerksam zu machen.

 

Nachdem wir Alcatraz passiert hatten, fuhren wir natürlich an der Golden Gate Bridge vorbei und unter ihr hindurch. Diese Brücke, in der der eiserne Wille der Amerikaner und die Grenzenlosigkeit der Ingenieurskunst seinen Ausdruck finden soll, ist wirklich beeindruckend. Produziert durch x Filme, Bücher, Kalender, Fotos usw. ist die Bekanntheit dieser Brücke natürlich in einem Maß gesteigert worden, die nichts mehr mit der eigentlichen Bedeutung zu tun hat. Manchmal leicht an Überheblichkeit erinnernde Übertreibung ist der amerikanischen Gesellschafft in vielen Punkten zu eigen und das merkt man auch beim Mythos der Golden Gate Bridge. Die auf der anderen Seite nach San Francisco führende Oklahoma Bay Bridge ist bei weitem länger, der Bau war aufwendiger und dennoch ist sie längst nicht so bekannt. Bilder und Mythen sind dann doch oft wichtiger als die Realität...

 

Am Abend geht es zum Baseball. Auch wenn die SF Giants kein cooles Maskottchen haben, sind sie in der MLB doch sehr erfolgreich. Champion 2011 und 12. Das Stadion liegt direkt am Meer und wenn man, wie ich, eine günstigere Karte ganz weit oben hat, kann man sogar auf dasselbige schauen. Möwen fliegen kreischend über das Spielfeld, es riecht nach Seeluft und eine ausverkaufe Arena. Das kann ein gelungener Abend werden. Gerade wenn man betrachtet das die Giants gegen die Brewers spielen.

 

Naja, ausverkauft, es befinden sich nie mehr als drei-viertel der Menschen im Stadion, der Rest ist gerade in den Katakomben unterwegs um sich was neues zu Essen zu holen. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wieviel hier während so eines Spiels verzeht wird. Man hat den Eindruck manche kommen nur zum Essen... Es ist einfach ein riesiges Picknick. So ein Baseball- Spiel dauert aber auch mal gerne 4 Stunden, da muss man ja vorbereitet sein. Wirklich jeder freie Fleck im Stadion ist mit einem Essensstand aufgefüllt. Sämtliche Produkte des amerikanischen Fast-Food Paradieses sind hier zu erwerben und noch so einiges mehr. Zum Beispiel die unschlagbaren garlic fries, die auch ich mir zu Gemüte führe, schließlich will man ja nicht auffallen. Nicht nur das ständige Essen ist ein Unterschied zu sportlichen Grossveranstaltungen in Deutschland. Hier wird auch nicht so sehr gesungen und gejubelt. Alles passiert nur auf Ansage und vor allem haben die Stadionkameras eine große Bedeutung. Es gibt Zeiten, in der bestimmte Lieder eingespielt werden zu denen dann alle möglichen Leute möglichst verrückt abhotten nur um einen kurzen Moment auf der großen Leinwand gezeigt zu werden. Die Kiss-Cam ist ein großes Spektakel. Wenn zufällig mal ein Pärchen aufgenommen wird, was in Wahrheit gar kein Pärchen ist und sich partout nicht küssen will, geht ein lautes Raunen durchs Stadium, auf der anderen Seite werden die Küsse je leidenschaftlicher bejubelt je intensiver sie sind. Es gäbe noch eine Menge zu erzählen zu diesem Ereignis: das Spielsystem, welches ich nach einer Zeit fast vollkommen verstanden hatte, mein persönliches Souvenir und und und aber ich bin des Schreibens ein wenig müde geworden....

Nach dem Spiel habe ich mich noch mit Jan und seiner Freundin getroffen und wir haben in zwei Kneipen unser so unwahrscheinliches Zusammentreffen begossen. Das war wirklich herrlich und zählt zu meinen persönlichen Überraschungshighlights.

Nun wartete auf mich die erste eigenständige Fahrt auf einer amerikanischen Strasse. Um zum Yosemite Park zu gelangen und vor Ort flexibel zu sein hatte ich mir ein Auto gemietet. Nur mit Öffentlichen wäre der Trip extrem zeitaufwendig gewesen und ich hätte nur eines oder zwei Highlights des Parks in der mir zur Verfügung stehenden Zeit besuchen können. Natürlich hatte das Auto Automatik, was mir eigentlich sehr entgegenkommt, so ist mir beim Autofahren hauptsächlich wichtig sicher von A nach B zu kommen und dabei so wenig Aufwand wie möglich zu haben. Der Wunsch zu schalten ist nur was für Machos.

Allerdings ist es beim Automatikfahren sehr wichtig die goldene Regel zu beachten, nämlich nur einen Fuß zur Betätigung der Pedale zu nutzen. Befolgt man diese Regel nicht und versucht mit dem an die Kupplung gewöhnten linken Fuß zu bremsen, sieht das Fahren ganz schön holprig aus. So ging es mir als ich den Wagen in einem Hotel abholte. Gerade die ersten 25 Meter bin ich mehr „gesprungen“ als gefahren und ich bin mir sicher der Mitarbeiter der Autovermietung hätte mir den Wagen am liebsten wieder weggenommen. Nassgeschwitzt habe ich nur eine lockere Bemerkung aus dem Fenster gerufen und versucht meine Unsicherheit wegzulächeln, dann erinnerte ich mich an die goldene Regel und alles ging seinen Gang. Ich fuhr das erste mal einen Hybrid. Was sowohl vom Fahrkomfort als auch vom Verbrauch phänomenal ist.

Fahren auf amerikanischen Strassen ist eine wahre Wonne. Kaum Kurven, fast alle fahren gleich schnell, massig Platz... nur das rechts Überholen hat mich am Anfang leicht irritiert. Die vier Stunden vergingen fast im Flug und auch verfahren habe ich mich nur ein bißchen. Im Yosemite Park habe ich mir als erstes die Redwoods angesehen. Einfach unglaublich riesige Bäume. Und mit riesig meine ich wirklich riesig... Das ist mit großen Bäumen in Europa gar nicht zu vergleichen. Die Sequoias sind regelrecht monströs.... So habe ich mir am Anfang die Ents aus dem Herrn der Ringe vorgestellt. Fast schon wirken sie wie aus einer anderen Welt.

 

Kein Wunder also, dass die Native Americans diesen Bäumen magische Kräfte zusprachen und die Wälder um sie herum Heiligtümer waren. Auch hier ist der Tourismus gnadenlos eingedrungen. Zwar versucht man die Besucherströme zu regulieren aber von einer Magie ist auf den ersten km im Park nichts zu spüren. Mensch reiht sich an Mensch, ein Kameraklicken folgt dem nächsten... Erst wenn man etwas höher hinauf in den Park vordringt kann man die Ehrfurcht am eigenen Leib erfahren, die eine solch mächtige Präsenz ausstrahlt.

 

Um im Park zu campen, so wie ich es vorhatte, muss man sich schon Monate im vorraus um einen Platz bewerben. Das hatte ich natürlich nicht getan, also hatte ich die Hoffnung, dass mich niemand entdecken würde, als ich versuchte im Auto zu schlafen, welches ich auf einen Parkplatz im Yosemite Valley abstellte, von dem ich am nächsten Morgen sowieso eine Wanderung starten wollte. Am Anfang sah es auch recht gut aus und ich trank in großer Vorfreude darauf am nächsten Tag den Park zu Fuss erkunden zu können, zwei meiner mitgebrachten Biere. Ich war wohl nicht der einzige der jemals diese Idee gehabt hatte, also mit dem Schlafen auf dem Parkplatz meine ich... So um kurz nach 12 in der Nacht wurde ich dann von einem Klopfen und einer in mein Gesicht gehaltenen MacLight aufgeweckt, die zu einem Park Ranger gehörte, der mir unmissverständlich klarmachte dass schlafen hier verboten wäre und ich nun zu einem 45 min entfernten Park fahren müsste wo die Ranger nicht so streng seien. Dann aber sah er die leeren Bierbüchsen und zum ersten mal in meinem Leben hat mir Biertrinken wirklich geholfen... Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich die beiden Büchsen sozusagen eben erst geleert hatte, machte mir der Ranger, nach einer kleinen Beratung mit seinem Kollegen, das Angebot die Nacht ausnahmsweise doch auf dem Parkplatz verbringen zu dürfen, weil er es ja nicht verantworten könnte mich betrunken fahren zu lassen. Juhu, ein Hoch auf den Alkohol und er kann manchmal doch nützlich sein...

Die Wanderung am nächsten Morgen war ein wahrer Traum. Ich ging so früh los, dass noch niemand sonst unterwegs war und ich die raue Schönheit des Yosemite Valleys ganz für mich geniessen konnte. Der Sonnenaufgang, die Wasserfälle, der bizarre Halfdome, hier wäre ich gerne noch für ein paar Tage und für eine richtige Wanderung geblieben.

 

Aber ich hatte für den Tag noch die Fahrt mit dem Auto quer durch den Park auf dem Programm und musste abends in SF sein um den Bus nach Las Vegas zu bekommen. Auf dem Weg durch den Park habe ich zwei junge Ranger mitgenommen, die ihre freien Tage für eine Wanderung nutzen wollten und die mir einen unbezahlbaren Einblick in die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Nationalparkbeschäftigten ermöglichten. Mit ihnen gemeinsam habe ich auch die Rauchsäulen einiger Waldbrände gesehen, die dort zu der Jahreszeit regelmäßig vorkommen. Vielleicht war einer dieser noch kleinen Brandherde auch der, der dann Wochen später, zu einem grossflächigen Brand ausgeweitet, weite Teile des Tourismus im Yosemitey Valley lahm gelegt hat. Einfach nur mit dem Auto durch diese grossartige Landschaft zu fahren ist schon ein Erlebnis und egal wie lange man bleiben möchte, der Yosemite-Park ist definitiv eine Reise wert.

Las Vegas, das Mallorca der US- Amerikaner, eine Stadt in der andere Gesetze gelten als im Rest des Landes (u.a. Alkohol darf auf der Strasse getrunken werden und schon an über 18 jährige verkauft werden): Natürlich musste ich auch diesen Teil des Landes besuchen. Er steht immerhin auch für den Lifestyle in den USA, mag man das nun positiv sehen oder nicht. Im Vorfeld habe ich meinen Aufenthalt in Las Vegas arg zusammengestrichen und dafür einen Besuch des Grand Canyon mit auf den Plan geschrieben. Ohne schon viel vorweg nehmen zu wollen: Das war eine sehr gute Entscheidung.

 

Las Vegas ist genauso wie man es sich vorstellt: Im Sommer extrem heiss, der Strip glitzert regelrecht, überall geht es nur ums Geld und die Menschen sind zum Grossteil betrunken. Am ersten Tag meines Besuches ist alleine der Anblick aber auch das Gefühl sich in dieser Stadt zu bewegen extrem aufregend. Man schlendert von Hotel zu Hotel und die Superlative überbieten sich gegenseitig. Ganze Erfahrungswelten wurden teilweise relativ detailgetrau nachgebildet. Venedig mit seinen Kanälen und Gondeln, der Eifelturm, die Skyline von New York (gekrönt mit einer Achterbahn&hellip, eine ägyptische Pyramide, Camelot und noch vieles mehr…

 

 

Und überall derselbe strategische Aufbau: Will man eines der Hotels von innen betrachten oder in eine der vielzähligen Poolwelten (die so überlaufen sind, dass an schwimmen gar nicht zu denken ist. Dafür sind die Becken aber ohnehin nicht konstruiert. Man soll dort stehend seinen Drink geniessen und sich möglichst gutaussehend zu den Klängen der Musik bewegen) gelangen, so muss man sich erst durch tausende Spielautomaten kämpfen, die alle mit blinkenden Bildern und ratternden Zahlen dazu einladen kleinere oder auch größere Geldbeträge zu verzocken. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit man ein beliebiges Hotel betritt: An den Automaten ist immer was los. Die Poker-, Black Jack-, Würfel- oder Rouletttische füllen sich so richtig immer erst abends. Die verschiedenen Hotels befinden sich in einem harten Konkurrenzkampf zueinander, der wird zum einen über die Preise ausgetragen (ein Aufenthalt auch in den besten Hotels Las Vegas ist im Vergleich zu dem angebotenen Komfort relativ günstig) aber vor allem auch über die Zusatzangebote und Shows der Hotels. Mindestens 5 verschiedene Shows des Cirque de soleil werden angeboten, Zauberer, Komiker, Sänger geben sich die Klinke in die Hand. Überall der beste, schönste, stärkste, verwegenste… Es gibt aber auch einen Hoteleigenen Freizeitpark (Im Circus Circus, indem ich meine letzte Nacht verbracht habe. Allerdings habe ich da auch gemerkt, was günstige Zimmerpreise dann ausmachen. Mein Zimmer war natürlich nicht im Hauptgebäuden, sondern gut 500m weit entfernt&hellip, eine Ritterschau mit echten Ritterkämpfen und und und. Wie gesagt am Anfang ist das Ganze wirklich faszinierend. Je länger man aber über den Strip spaziert (und da kann man wirklich stundenlang rumflanieren, teilweise haben die Hotels Fronten die länger sind als eine Meile) desdo mehr stößt einen die Verschwendung ab. Und so viel Verschwendung habe ich sonst noch nirgendwo gesehen. Eine Stadt mitten in der Wüste, mit orientalischen Pflanzenwäldern, 1000enden Pools, die immer noch wächst ist eigentlich ein Schandfleck für eine Gesellschaft. Sogar für ein Land wie die USA. Und da habe ich die Gefahren des Glücksspiels überhaupt noch nicht miteingerechnet. Ein System, bei dem am Ende immer die Bank gewinnt. Die Menschen aber mit der Hoffnung genährt werden, der eine oder die eine unter Millionen zu sein, der oder die am Ende als Gewinner da steht. Und diesem Reiz konnte auch ich mich nicht ganz entziehen. Schon vor meinem geplanten Zockerabend hatte ich mindestens 50 Dollar verzockt. Immer nur ein bißchen, um an ein Gratisgetränk zu kommen (die gibt es in den Hotels nämlich, lässt man sich an einem Automaten nieder und wartet lange genug) oder mal in Ruhe zu rauchen (denn auch der Nichtraucherschutz wird hier nicht so ernst genommen). Insgesamt ist es schon ganz schön erschreckend, dass das System Las Vegas jetzt seit so vielen Jahrzehnten funktioniert und immer noch wachsenden Zuspruch erntet. Das kann kein gutes Zeichen für eine Gesellschafft sein, in deren Fleisch sich ein solcher Parasit einnisten kann.

Naja, ich sollte mit meiner Kritik aber auch nicht zu hart sein, schließlich unterstütze ja auch ich, wenn auch vielleicht ein bißchen weniger als der durchschnittliche Las Vegas- Tourist, dieses System mit meinem Aufenthalt.

Das Hostel indem ich mich eingemietet habe ist ein typisches Party- Hostel. Eigentlich sind solche Hostels ja nicht mein Fall aber zu Las Vegas passt das irgendwie. Jeden abend organisierte Touren, zu den besten Partylocations der Stadt. Einen abend wollte ich mir das auch mal geben. Die Bewohner des Hostels und damit auch die Teilnehmer der „Sauf“-tour sind meisten amerikanische College-Kids auf der Suche nach sich selbst oder dem nächsten Rausch.Ob es Zufall war oder nicht aber ausgerechnet in diesem Hostel waren auch ein Haufen deutscher Teens. Nun gut aber einen abend mal so richtig Halli- Galli machen, das war das Ziel und das sollte auch erreicht werden. Von daher, den größten Teil des abends mit Starkbier aus dem 7/11 bestritten, dass es im Doppelpack natürlich günstiger gab. ( das ist mir sowieso in allen Städten der USA und in allen Supermärkten aufgefallen: Im Doppel oder Tripple gibt es fast alles günstiger&hellip Man darf seine eigenen Getränke auch mit in die Hotels bringen, in denen sich natürlich auch die Clubs befinden. Auch bei den Abendveranstaltungen gibt es sozusagen für jede Gehaltsklasse etwas. Wir waren eher in den „günstigen“ Locations. Das Trink- und Balzverhalten ist nicht von dem zu unterscheiden, was man auch sonst so aus „westlichen“ Ländern kennt. Nicht besonders spektakulär das Ganze also. Aber so war ich wenigstens auch mal in Las Vegas feiern und das kann man hier schon ganz gut. Der Weg nach Hause war für mich allerdings eine Herausforderung. Trotz der Tatsache das mein Hostel direkt auf dem Strip lag und dieser die größte Strasse von Las Vegas ist habe ich es dennoch geschafft, mich auf dem Weg dorthin zu verirren. So genau erinnere ich mich nicht mehr wie ich es letztendlich geschafft habe aber ich glaube ich habe die Besatzung eines Krankenwagens um Hilfe gebeten, die die Frage: „Wo bitte komm ich zum Las Vegas Boulevard“ verständlicherweise sehr lustig fanden.

 

Wie ich weiter oben schon geschrieben hatte, war ich letztlich sehr glücklich, dass ich Las Vegas nach zwei Tagen schon wieder verlassen konnte um mir einen der spektakulärsten Nationalparks in den USA anzuschauen und auch ein wenig dort zu verweilen: den Grand Canyon. Auch zu diesem Zweck musste ich mir ein Auto leihen, da ein Besuch des Grand Canyon mit dem ÖPNV zwar theoretisch möglich aber mit extrem vielen zeitraubenden Herausforderungen verbunden ist. Den Wagen hatte ich über das Internet schon in San Francisco gebucht und hatte nur Bedenken ob ich ihn auch ohne Voucher bekomme, den ich nicht ausgedruckt hatte. Das sollte nicht das Problem werden…

Im Hotel Treasure Island (das vor allem für seine Sirenenshow bekannt ist, die mehrmals täglich vor dem Hotel unentgeltlich bestaunt werden kann und in der kräftige Männer und hübsche Frauen auf zwei riesigen Schiffskulissen mit viel Musik und Feuerwerk die immer gleiche Piratengeschichte aufführen) sollte ich mein Auto abholen. Nachdem ich mich in dem riesigen Hotelkomplex fast verlaufen hätte, gelang es mir zu guter Letzt doch den im Vergleich winzigen Schalter der Autovermietung zu finden. Der fehlende Voucher war kein Problem und auch für die Zahlung des vollen Tanks im vorraus hatte ich genug Geld, eigentlich…. Zur Sicherheit hatte man mir einen Betrag von 300$ auf meiner Kreditkarte gesperrt. Da ich mich im letzten Monat meiner Reise befand, war das Geld natürlich relativ knapp, d.h. mit der Sicherung war das Limit meiner Kreditkarte erreicht. Nun wollten aber noch die Tankkosten bezahlt werden. Kreditkarte geht nicht mehr, dann geben sie mir doch bitte eine andere, das geht nicht, Europäer haben normalerweise nur eine, Ach echt?, kann ich auch bar bezahlen?, nein das geht hier leider nicht, und jetzt?, ja, dann kann ich ihnen das Auto nicht aushändigen, aber ich habe es schon bezahlt, der Betrag wurde abgebucht, ja, das ist schwierig… So war die Situation. Ich verzweifelt, die Mitarbeiterin ratlos und schon eine halbe Stunde meiner gemieteten Zeit war futsch… dann fiel ihr ein, dass die Buget Car Zweigstelle im Flughafen Bargeld annehmen kann. Sie rief mir einen Fahrer und ich wartete… Eine weitere Dreiviertelstunde weg…

Schließlich wurde ich abgeholt. Nicht von einem Taxiunternehmen, sondern von einem firmeninternen Fahrer, der mir nach einer Nachfrage aber bestätigte, dass er keinen Lohn bekommt sondern von den Trinkgeldern lebt. Weitere 10 Dollar weg und noch eine halbe Stunde meiner Zeit... Am Flughafen sollte ich direkt zum Ausgabeschalter der Fahrzeuge gehen und dort mit einem Herrn soundso reden, mit dem die Mitarbeiterin im Treasure Island telefoniert hatte und der über meinen Fall Bescheid wüsste. An besagtem Schalter saß aber eine Frau und die wusste von nichts. Sie schickte mich zum normalen Schalter, inclusive langer Schlange. Na super eine weitere Stunde futsch… Endlich am Schalter angekommen hat tatsächlich alles geklappt und ich habe mein Auto bekommen. Bevor ich einstig, habe ich noch mein ganzes Kleingeld auf einer Rolltreppe verloren, die mit einem hässlichen Kreischen zum Stillstand kam als die ersten Münzen zwischen die Stufen und die Kante am unteren Ende der Treppe gerieten. Ich sammelte die Münzen mit größerem Wert ein, schaute mich nochmal um, niemand hatte das Missgeschick bis jetzt bemerkt. Gut so, dachte ich bei mir, drehte mich um und lief zum Wagen.

Auf dem Weg zum Canyon wartete noch ein weiteres Highlight auf mich. Wer ist noch nicht beim Zappen auf N24 und einer seiner Dokus hängengeblieben? Gerade die Doku über den Hoover- Damm habe ich in den letzten Jahren bestimmt drei Mal gesehen, immer nur ein Stück, so dass sich die gesamte Doku nach diesen drei malen zusammengesetzt hatte. Und jetzt sollte ich ihn wirklich live sehen… Der Weg führte fast direkt daran vorbei. Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Dieses Wunderwerk der Ingenieurskunst. Dieses aus 1000enden Tonnen Beton bestehende Dokument des Vermögens der Menschheit sich die Natur untertan zu machen… Und tatsächlich es ist schon recht beeindruckend. Kein Vergleich mit der Edertalsperre… Der Hoover-Dam verbindet die beiden US-Staaten Arizona und Nevada und ist fast ein Muss für jeden Las Vegas Touristen. Oft werden die Fahrten dorthin im komplett Paket mit einem Trip zum Grand Canyon feilgeboten. Für diejenigen, die wenigstens ein bißchen „Kultur“ haben wollen. Das Ergebnis sind volle Strassen und ein überlaufener Hooverdamm… Und natürlich die Memorial Brücke, die an einen heldenhaften Footballspieler erinnert, der seine Karriere aufgegeben hat um seine Heimat im Irak-Krieg zu „verteidigen“. Die US- Amerikaner und ihr Verhältnis zur Armee, das ist schon etwas Besonderes. (Besonders erschreckend möchte ich fast meinen)

 

Im Grand Canyon bin ich durch das ganze Miet-Drama natürlich erst sehr spät angekommen. Ich bezweifele zwar, dass ich noch einen Campingplatz im Park bekommen hätte, wenn ich schon Nachmittags angekommen wäre aber zumindest hätte noch eine Chance bestanden. Abends war schon alles ausgebucht. Ich musste also wieder raus aus dem Park und habe mir in der Wildnis einen Platz zum campen gesucht. Ich war mir nicht sicher ob das so legal ist aber ich konnte mich noch an einen Satz aus einer broschüre erinnern, der besagte : „Das Campen im Umkreis von soundsoviel feet um eine Hauptstrasse ist verboten.“ Das impliziert doch im Umkehrschluss, dass das Campen ausserhalb dieses Umkreises erlaubt ist. Auf diese Schlussfolgerung habe ich mich verlassen und einen schönen Platz gesucht und gefunden, an dem ich schon in dieser Nacht einen wundervollen Blick auf den Sternenhimmel hatte.

Am nächsten Tag stand ich schon vor dem Öffnen des Servicecenters bei selbigem vor der Tür um ja als erster eine Erlaubnis zum Übernachten im Grand Canyon zu erhalten. Diese kurzfristigen „Zutrittsgenehmigungen“ sind zahlenmäßig begrenzt und ich hätte nicht noch einen Tag warten können. Dann wollte ich schon nach LA aufbrechen. Zum Glück habe ich eine Erlaubnis erhalten und konnte meinen Abstieg zum Tal eines der schönsten Orte der Erde beginnen.

 

Die Wanderung in den Grand Canyon war mir besonders wichtig, so hatte ich gehört und gelesen, dass die Magie dieses Ortes erst wirklich zur Entfaltung kommt, wenn man sich tiefer hineinbegibt in die Schlucht. Die ersten Meilen werden von hunderten Touristen gleichzeitig belaufen, so dass die Idylle doch sehr beeinträchtigt ist. (Wie an schon so vielen Orten meiner Reise...) Geht man aber über die ersten drei Meilen hinaus, so lichtet sich die Menge sehr schnell. Eine Wanderung bei 40 Grad im Schatten ohne wirkliche Gelegenheiten der geballten Macht der Sonne zu entgehen, ist auch eine besondere Herausforderung. Es wird auf der Internetseite des Parks deutlich davor gewarnt Abstieg und Aufstieg an einem Tag versuchen zu wollen, da vor allem der Kreislauf eine solche Belastung nicht gewohnt ist und das viele schwitzen zu einem erhöten Verlust von Mineralien führt. Schließlich sind es von der Talsohle bis zum „Ausgang“ des Canyons knapp 1500 Höhenmeter. Ich war gut vorbereitet, hatte massenhaft Mineralienliferanten dabei (Salzstangen, Erdnüsse, Gatorade...) und wollte ja sowieso die Nacht am Colorado River verbringen.

 

Nachdem die Touristenströme verebbt waren, konnte man die malerische Landschaft so richtig genießen. Wird der Canyon doch sehr dominiert von den Farben rot, braun und gelb, so gibt es doch Oasen „mitten in der Wüste“ die einem vor lauter Grün und Lebenslust den Atem rauben. In einer solchen Oase liegt der Campingplatz zu dem ich nach 5 stündiger Wanderung gekommen bin. Vor Urzeiten ein Siedlungsgebiet von amerikanischen Ureinwohnern ist er zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Reiseziel für Wanderer und Bootsfahrer ausgebaut worden.

 

Der Grand Canyon wurde ohnehin erst gegen Ende des 19. jahrhunderts von einem ehemaligen Offizier der amerikanischen Armee das erste mal erkundet und vermessen. Vorher befand sich an seinem Platz immer ein grauer Fleck auf den Landkarten. Der Colorado River galt als zu wild um ihn zu befahren und niemand wusste wie es um Stromschnellen und Wasserfälle bestellt ist. Heute befahren jedes jahr Tausende die Strecke und doch birgt sie bis zum heutigen Tag Geheimnisse und Mysterien. Zum wöchentlichen Programm auf dem Campingplatz gehört auch eine „Märchenstunde“ der Park- Ranger. Alle Interessierten können sich abens um eine Rangerin versammeln, die im halbdunkel mit Kerzen bewaffnet einige Geschichten des Grand Canyon zum Besten gibt. Von Sagen der Ureinwohner bis zu modernen Horrorstories ist alles dabei. Am spannendsten fand ich die Geschichte eines jungen Pärchens, die als Hochzeitsreise mit einem selbst gebauten Boot aufbrachen um den Grand Canyon zu durchqueren. Mit viel medialer Aufmerksamkeit wollten sie einen neuen Zeit-Rekord aufstellen. Sie sollten nie auf der anderen Seite ankommen. Man fand lediglich ihr Boot. Material und Proviant unberührt dümpelte es in einer kleinen Bucht als sei es gerade eben erst verlassen wurden. Seine Besitzer wurden nie wieder gefunden. Um diese Geschichte ranken sich seit Jahrzehnten die wildesten Mythen...

Aber nicht die Geschichten waren mein persönliches Highlight. Schlicht meine reine Anwesenheit an diesem Ort und die Wirkung der reinen Natur auf einen an den Luxus des modernen Lebens gewöhnten Menschen. Der Campingplatz liegt an dem Little Colorado River einem Zufluss zu seinem großen Bruder. Das Wasser fließt nicht so stark und ist deswegen durchsichtig und frei von Schwemmstoffen. Sich nach einem anstrengenden Abstieg in diesem Wasser abzukühlen, es über die strapazierten Beine und den verbrannten Nacken laufen zu lassen, dabei auf die Schluchten des Canyon zu schauen, ist eine wahre Wohltat. Rund um den Fluss sind Bäume und Sträucher gewachsen, zum Teil natürlich und zum Teil von den Rangern bewusst gepflanzt. Es ist eine unbeschreibliche Idylle...

 

Nachdem die Nacht über der Oase hereingebrochen war, sah ich den breitesten Sternenhimmel den ich jemals bewundern durfte. Es war auch nachts noch so angenehm warm, das ich den Überwurf meines Zeltes weggelassen habe und beim Einschlafen den Sternenhimmel sehen konnte. Um dem Erlebnis noch die Krone aufzusetzen: Es war Mitte August und Sternschnuppennacht, so dass man alle paar Minuten den Eindruck hatte die Sterne würden auf die Erde herabfallen...

Man hatte uns nahegelegt am nächsten Tag schon mit der Dämmerung aufzustehen um den anstrengenden Aufstieg zumindest größtenteils nicht in der sengenden Hitze vollziehen zu müssen. Diesem Rat bin ich gefolgt und mit den ersten Sonnenstrahlen losgelaufen. Es war eine weise Entscheidung. So war doch der Aufstieg erheblich schwieriger als der Abstieg einen Tag zuvor. Auf der Hälfte der Strecke habe ich einen Amerikaner mit italienischen Wurzeln kennengelernt, der im Park in einem Restaurant arbeitet. Durch ihn hatte ich eine wichtige Ablenkung, während ich mich Meter für Meter den Berg heraufgekämpft habe. Die letzten Meilen waren wirklich hart. Von oben kommen die leicht bekleideteten Touristen herunter mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Lied auf der Zunge und von unten kam ich, hochrot und die Leiden sprichwörtlich im Gesicht geschrieben. Zwischenzeitlich wurde mir schwindelig und ich musste mehr Pausen machen wie mir mein Ego eigentlich zugestehen wollte. Zu guter Letzt habe ich es natürlich ohne größere Schwierigkeitenn geschafft und war um eine der schönsten Landschaftserfahrungen reicher die ich jemals machen durfte...

Jetzt fehlt nur noch LA aber das ist keine Geschichte für diesen Blog, denn LA habe ich gemeinsam mit meinem Freund und ehemaligen Mitbewohner Kai erkundet. Auch das war eine grossartige Zeit, die es verdient verewigt zu werden aber nicht an dieser Stelle. Dies war mein Blog und seinen Dienst hat er mit dem Ende meiner Reise getan.

Ich will nicht schreiben, es war eine Reise zu mir Selbst. Dann würde man vermuten ich hätte größere Schritte auf dem Weg zur eigenen Erkenntnis getan. Natürlich habe ich mich im Laufe dieser Zeit weiterentwickelt aber nicht unbedingt stärker als in anderen Perioden meines Lebens. Ich habe keine bisherigen Lebensplanungen über den Haufen geworfen und keine weltverändernden Entscheidungen getroffen. Ich habe nicht die Liebe meines Lebens getroffen (mit der bin ich schon lange zusammen) und war auch nicht Zeuge von weltverändernden Ereignissen. Ich bin nicht knapp dem Tode entronnen und habe auch niemandem das Leben gerettet. Ich bin nicht total verarmt, habe aber auch keine Schätze gefunden. Ich habe einfach eine Reise gemacht von der ich schon immer geträumt habe. Es war nicht der Traum meines Lebens aber einer davon. Ich habe im Anschluss nicht die Bodenhaftung verloren, bin aber glücklicherweise auch nicht zum totalen Realisten geworden.

Ich habe einfach den Mut gehabt, etwas zu wagen, was man sich von keinem Reiseanbieter der Welt kaufen kann: Das Gefühl ein Abenteuer zu planen, zu organisieren und letztlich zu erleben. Etwas Außergewöhnliches. Etwas Besonderes. Etwas Eigenes.

Und eines weiss ich ganz gewiss: Es wird nicht mein letztes Abenteuer gewesen sein.

7.11.13 20:51


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Chapter 2-act 9: In memory of the great gold rush

The next destination in Alaska is Fairbanks, the biggest city in central Alaska. Originally it was founded because a man wanted to reach a northern part in Alaska to build an outpost. He negotiated with the captain of a steamboat, that he transports him up a river to the north most point which could be reached without a danger. When there was a sandbank in the river the captain said, OK until this point I can bring you. Even the man was not quite as north as he really wanted to he had no other choice than to get out and build his outpost at this point. This was the first house of the new town Fairbanks. It grews and became a city when a guy called Felix Pedro found gold. Like so many cites in Alaska Fairbanks was established by a gold rush. The man who build the first outpost became rich (like mostly the traders of goods and supplys for the stampeders (gold seekers in a gld rush which came to an area like a stampede) were the greatest profiteers of a gold rush, not the seekers themselves), because he was the first who could offer supplies. But the city didn´t vanished after the gold rush, like others I will notice later. Until today the day when Felix Pedro found gold are celebrated as the golden days in Fairbanks. By coincidence, I was there at the weekend when the celebrities happened.

But first I traveled again with the Alaska railroad. This time a much farther distance. The first time since Russia twelve hours in the train. I had already forgotten how nice it is to travel by train. How I missed it... The steady rattling of the wheels, the beautiful moving of the coaches, the screaming of metal on metal...

But like I told you the Alaska railroad is not a normal public transportation, it is normally used by tourists to discover the landscape. And therefor the coaches have a second floor with extra large windows, so that you could see almost everything.(and of course take pictures, a lot of pictures...Also this time the sentence which came mostly first out of the speakers was: get your cameras ready....) The difference between the first and second class is that in the first class everyone can sit in the second floor, in the second class two coaches has to share one platform.

The landscape is amazing. In twelve hours you had plenty changes it. We started in the alpine sector at the coast, passed the tundra and finally reached the Taiga. We saw the mount Kinley (the highest mountain in NorthAamerica) covered with snow and clouds, crossed old bridges a lot of rivers and lakes and the Denali national park, with its wild waters and forest covered mountains. The price for this journey was quite high. But it is worthy.

In Fairbanks I was witness of the golden days. A weekend full of activities. With games, fun and surprises... There was a beer contest. First I thought it was a drinking contest but ectually it was a tasting and quality judging and the owner of my hostel in Fairbanks was one of the judges. So I learned a lot about home brewing and get interested in this topic. I think when I come back home and finally settle in Kassel I want to try it for myself. It must be wonderful to drink self-brewed beer. There are a lot of variations and it sounded for me like a science or an art. Yeah, art is better. Good brewers are like artists...

And there was also the biggest parade in Alaska. And I really wanted to see a parade in the United states. I have this images, out of movies and series. And like so often in the last weeks my stereotypes became not disappointed. The streets were full with people in camping chairs, at least one third of them had little flags of the United states in their hands and at first there came the cars. Oldtimers with big engines and a lot of sound. The real parade started with a military-marching band. There were two commentators on a stage which attended the whole parade via microphone and speakers. At the streets there was a young women who made interviews with some participants of the parade. It was very American. In total it was a big advertisement festivity for the local businesses and the different kinds of free churches and social organizations. Also candidates for the major- election participate and of course the local beauty-queen. It was not so different from German parades at folk festivities by its looking but the impact was just another...

What was surprising for me was the appearance of the gay-lesbian- transgender community. They had a big coach and a lot of participants and they became the most applause. This was a stereotype which has not approved. For me the American society at this point appears very open minded and friendly and in the best sense of the word, liberal.

I also went to the cinema in Fairbanks, because I really wanted to see the new superman movie on a big screen. And it was amazing. I mean not only the movie (which is a much better Superman movie than the last one) but the whole experience. I think I wrote about the bigness in the USA in my last blog entry. A multiplex cinema with 16 different cinemas in a town with not 50.000 inhabitants. The medium coke one liter and the medium popcorn as big a the extra-seize in Germany. And the popcorn was salty and you get liquid butter about it. No wonder that so many people are fat...

When I had a Chinese buffet a the first evening (which is completely the same than in Europe from the taste, I think all Chinese restaurants in the world with exception of the ones in China buy from the same supplier the goods...) I watched a interesting talk show in the TV. It was the day after the racism-speech of President Obama, because of the judgment concerning the guy who shot a black youth and was freed by the jury with the argument of self-defense. The discussion was very interesting and also here you noticed the differences in the way of discussing. The arguments were uttered much more populist and the mutual attacks were much more aggressive. In Germany the political culture is more cautious. I like it more in this sharp way. But with less pathos.

In Fairbanks I use the time to inform myself what I can do when I reach Skagway, the gateway to the Klondike. As every times I´m very early to break my mind about what to do in the next days...

I have only the pictures of the stories of Jack London in my mind... I find out that there is the possibility to hike the Chilkoot Pass. This is the most popular of the ways the stampeders have gone during the great gold rush in the USA in 1898/99. About the struggles to walk this pass Jack London wrote among other things in Whiteclaw. It was a great adventure for all who made it. Today it is one of the most popular hikes in Alaska. Over 3000 people every year do the hike. And it is also an adventure to organize the trip. My hostel has decided to shut down the internet, because some guests used to much data space and the owners don´t want to pay expensive extra fees (In the land of the freedom the data space restrictions are reality since a long time about which in Germany is a fight at the moment ) I have to go to the near (only 30 Minutes to walk) supermarket to organize everything. Because I didn´t know that you have to get permissions both from the US park administration and Canadian Park administration. You have to tell them how many days you want to walk and on which campgrounds you want to stay. That is not so easy, when you do not know the trail and also do not know someone who did it. So more research about this facts... I found out that it is good to plan 5 days. But I have already booked the hostel for four days and also the ferry from Juneau to Skagway do not match with this dates. So I have to change also this schedules. It would have been nice if I had made all this efforts a long time ago...

I´m sitting also in this supermarket, without my recharge cable, because I thought it will not take so long. Also I have to to recharge my American-SIM with money to make more calls, which I have to do to get my permissions... Yeah, Murphys Law is the most easiest one in the world but also the one which is most hated...

Finally I get all my permissions and also the schedules in the hostel and from the ferry can be changed. The only thing which I have to do know is to spend some money in Wal-mart to improve my camping equipment which had some „holes“, like I noticed in some parts freezing near Anchorage: An additional sleeping bag, a drinking bottle with a bag, and and and. This part of my journey is the most expensive one until now...

Juneau, where I spent one night on my way to Skagway is a completely touristic city. But it is very beautiful because of this.

 

The houses are mostly in the style of the 19th century to keep the character of the time of the great gold rush and the founding of the city. Old wooden houses everywhere. Juneau is also the capital of Alaska so that they have also a beautiful capitol. The only thing which is disturbing are the masses of tourists which are falling like a swarm of insects into the city, because they reach in great groups every times when a cruise ship enters the harbor. When I stayed in Juneau there were four of them in the harbor.

 

The cruise ship tourists stream into the city to book tours or to people the many souvenir-stores and restaurants. The shops have almost all the same products: T-shirts, pull-overs, hats, socks, shorts, scarfs... with the logo of Alaska. Native knifes, horn of animals, furs, leather... Gold rush accessory...

The hostel is also in a old wooden house and compared to the other hostels in the states very cheap. Therefore some of the chores must be made by the guests. Because I checked in late, I could decide between cleaning the pissoirs and cleaning the toilets. I am at first a little bit angry because I will stay only for one night (not even a whole night, I have to wake up at 5 to get the ferry) and I have to to this disgusting work, which I even hate at home and now I have to do it in a place where I do not know how much people used this toilets before... But OK therefore it is cheap and at the base I support this system...

In the hostel I met a nice guy from the states with Indian ancestors. With him I climbed the near Mt. Roberts and we had a meal at the top, which was in the same time the ticket down the mountain with the cable car. ( When you eat something in the restaurant you get the ride for free. So we killed two flies with one hit because we were hungry and exhausted from the climbing...)We had a nice view into the valley and on the cruise ships, which lied in the harbor like animals from a far future.

Skaggway we reached by ferry, which was a real experience. The coast of Alaska is beautiful in the best sense of this word. High mountains covered with snow, waterfalls which running down from the glaciers into the sea, little rocky islands some of them with light houses...

 

We stayed on deck most of the time (until we were frozen down to the bones because we were not well prepared like others who had experience. My sleeping bag was in the luggage and also my fleece...) and watched for whales and talked to the people. Finally I saw really some dolphins who followed the boat for a time and the back of a whale for a short time and the fountain when it gets new air. Normally they are not jumping...This depends also on the type. But I saw my first whale!!! Unfortunately it happened so fast that I could not make a picture. After breathing the whales dive for a long time so the chance to see the same whale twice is very little... Even when the journey lasts almost 8 hours, it is really worthy, much better then to fly...

Arriving in Skagway we saw the same cruise ships, which were one day before in Juneau. In Skagway is the presence of the tourists even more obvious because it is much smaller and you can not book so much tours so that the people do not divide... When the ships leave the town it is really a ghost city. Skagway lives from the tourists. Everything and everyone is focused on them. In Skagway are living normally not even 700 persons. All inhabitants would be not enough to fill one of the cruise ships. You can imagine what impact it has on the village when four of the cruise ships are in the same time in the harbor. I think they must have plans on the boat which persons can go in which time to the village. If all people at the same time would enter the village would just burst... The 19th century is hidden behind every corner in Skagway. The city grew during the gold rush and had died like the other city in this area Dyea if there were not the mines (mostly asbest butalso gold) until the 80´s and since then the tourists... To walk through it is really beautiful. Almost every house is also a pension or a hotel, so the style is very traditional.

 

My hostel is in the same time the home of a great family. So that the character is also very familiar and cozy. You just felt not as a hostel more than a private guest. After my arriving I had to get the permission for the Chilkoot trail in the trail center in the town, because I started at the next day early in the morning. In the trail center the ranger enlighted me about all the dangers on the trail: The rifts, the rocks, the snow, the ice, the weather and at least the bears... I felt almost scared after I left the center...

In the hostel I slept in one room with a dentist from Las Vegas (yes, there are also normal people in Las Vegas. I was also surprised but Gordon told me that las Vegas is not only the strip and that it is also a normal american city with more then 2 million inhabitants. But this experience will come later...), who had hiked the trail in the previous day and had just arrived in the hostel. After we talked a lot I was almost more scared then before, not because of the bears but because of the weather. He told me about rain all the time, clouds, getting wet and freezing all the time. Wow, I have almost the best conditions to walk this trail and was happy about the rubbish- bags I bought, so that I could store at least my clothes and my sleeping bags dry.

 

Unlike Gordon told me the first two days were very cloudy but there was almost no rain, so that to get soaked by water was not a problem.

 

Because I didn´t know the trail and was influenced by the very cautious formulations in the Internet. I planned in total five nights on the trail. So the first two stages were comparable short to the distance I walked on some days in the Alps. Also the elevation to the pass was not so high. In addition there were no bear warnings for this part of the trail. So in total it was a quite easy hike the first two days. It was very beautiful to walk in the forests, to hear water everywhere, which came from the higher glaciers.

 

To sleep with the sound of nature is so relaxing (with the exception that it is not so nice to go to the toilet in the nights... Out of the sleeping bag, into the cold and into potential bear territory, without protection because you didn´t want to search for the bear spray in the dark...) Oh and I had forgotten: The mosquitoes. They are really a plague in this part of the world. Even if some locals told me that the worst time is long over. I can not imagine how the stampeders have fought against this problem. Even with spray and mosquito net is it horrible. These insects are beasts and born to test our calmness. Scratching became a normal activity through out the days...

At the way you can find everywhere lost stuff of the stampeders. At some places whole boilers of big steam -engines, which ran a cable car up to the pass once.

 

 

Not all the things are given back to the nature and the oxidation yet. But the imagination you have when you see this things... You think about the 30.000 men and a few women, which started this big adventure in the years 1898/99. Who walked the same way then you now. But they brought whole ovens, boats and a lot of other things. The difficulty for the stampeders was that the place they wanted to reach, the Klondike, is in Canada. And the Canadian government had decided to be strict and to let the stampeders only cross the border if they had enough material with them to stay alive in the wild without help for at least one year. They had the requirement that everyone, who wanted to cross the border had to bring one ton of goods (Food, tent, cooking gear...) with them. So they had to bring all their stuff from Dyea (the death city, were also the trail head is) to the pass, cross the pass with it and then down to the river and lakes which lead to the Yukon. This means that they had to walk the 31 miles not only once... They had to walk every stage of the trail 30 or 40 times. Scientists guess that every single stampeder walked 2500-3000miles to cross the Chilkoot pass!!! And they had not the good hiking boots like we, no backpacks and jackets by Northface or Schöffel, no synthetic tents, no plastic... And the Chillkoot pass is really not easy to hike. And you can trust me... Everyone who walked with me in the Alps knows that we had some difficult stages there but the golden stairs are a challenge against everything what I had seen before. Especially the passage from the scales (the last point before the border, where the goods had to be weight. At this point the most stuff can be found. Probably because the stampeders had at this point the last chance to leave some stuff...) to the summit. One hour of climbing. Not really hiking it was more climbing. This passage is so difficult that the stampeders walked it in the long winter months, beecause it was easier in snow and ice because you could break regular steps into the ice. (Therefore the golden stairs have their name: During the gold rush two clever men stood up in the night and broke with a shovel and a hack stairs into the ice up to the pass. The next days they wanted to have money from the other stampeders to use the stairs... They get golden noses from that...)

 

 

 

The Canadian flag at the summit is like a salvation after the hard work. Sometimes I think it was good that it was cloudy like this. So one could see only the next 20 meters and not the whole passage to walk. (Like the principle of Beppo Strassenkehrer from Michael Endes Momo. Step by step and the work looks easier...) At the top it was not more than 5 degrees. So a rest with a hot tea in the shelter was a perfect solution. I was the first hiker this day (I didn´t start first but I overhauled a lot of other hikers this morning. And I started already at 6 am...) so I had the shelter for a good time for myself. After a while Dan and his family from Canada arrived and we had a nice chat. Like it was during the whole hike. Everyday I met the same people. Sometimes during the day on the trail, sometimes at breakfast, sometimes at the campground or at dinner. There were a lot of interesting and nice people. Dick and Linda from Winnipeg in Canada, Amanda and Peter from Whitehoarse, Mikos (who shared my enthusiasm for Jack London and his real and written adventures) and Gabor from Hungary and and and. Something like a community grew during all the hikers. At the last campground every newcomer was greeted by the already arrived with applause and congratulations for finishing the Chilkoot.(A certificate one could get already at the museum at Lake Lindeman)

After the summit I thought the most difficult part is over but for my surprise it just came directly after it. Big snowfields have to be crossed... And the snow was frozen and slippery. Only very slowly and testing step by step was it possible and even like this I felt two times and slided a good time. With my heart beating and wet from the sweat (This time from the fear and not because it was so exhausting) I finally reached safe terrain. And exactly at this moment the sun broke the first time through the clouds. From this moment till the end of the hike she would not disappear anymore (with the exception of the nights of course..) And now the scenery became magically. Blue lakes, waterfalls, snow covered mountains and also wild animals...

 

 

 

 

In the summer this area is really beautiful. Also in the winter I think but then it is also quite rough. For the stampeders the way became now more easy. In the winter time when the lakes were frozen they could use sledges to transport the goods down to Lindeman lake. When the ice was already melted the ones with money could pay ferries. The others had to carry on. Sometimes they payed natives as packers but they were also not cheap. (there was even a strike of the packers which coordinated their wages) From Happy camp to the end of the trail there were massive bear warnings, because a few hikers saw grizzlies and bleak bears on the trail a few days ago. Even a mother with cubs... I tried it in the offensive way and I was lucky. (I didn´t even saw a bear what was a little bit disappointing) When I was alone on the trail I sang a lot because normally bears do not want to meet humans. And when they hear them they vanish into the bushes. I know from my mind exactly four songs, of course workers songs: Bella ciao, Auf auf zum Kampf (Go, go to the fight), das Einheitsfrontlied (the united front song) and the second part of the International inclusive the chorus. So I hiked, like on a good workers march through the forest and tried to convince the bears from socialistic ideas. It was definitely not nice to hear but at least I want to scare the bears and not entertaining them. Now the bears in this area at least know what a good German workers song is. And of course also some of the other hikers, because sometimes I didn´t recognize that they can also hear me before I met them....

The next passages were very short so that I could take long rests and enjoy the nature a lot by just sitting at the lakes and watching into the mountains. It was so hot (what is not really nice for hiking) that I was also swimming in some of the glacier lakes.

 

Most of the times it was horrible could so that one could not really speak of swimming. It was more a jumping in and trying to get out as soon as possible. But one lake was a little bit warmer. That does not mean that the lake was warm it was only a little bit less cold than the others. But it was beautiful. I swam to a little island and was lying in the sun. The feeling was like in a summer holidays. There were at the end also some sandy parts, so that one could really think to be in the desert for a moment. For the stampeders at lake Lindeman (where in the time of 98/99 was a real city with more than 4000 inhabitants) the journey to the Klondike continued by boat. They used the time during the winter while the lake was frozen to build boats for the spring. They cut down the whole forest near the city and built vehicles, which sometimes didn´t even look like a boat. (they were mostly no professional boat builders and who wants to bring a canoe about the Chilkoot?) For not a few of them the journey by boat ended at the one mile rapids between lake Lindeman and Lake Bennett (the end of the hiking-trail) because when they were not well build the boats (and sometimes also the people) shattered at the rocks... For not few of the stampeders the journey ended in Benett or they continued to Whitehoarse but never reached the Klondike. So that one could say that they made these heavy efforts without a result. The reasons were that the journey took so much time that in between all the claims at the Bonanza creek (where Sokuum Jim found the first gold) were sold out, there was a new gold found in another part of Alaska or they were just so exhausted that they could not continue. But for all of them it was a great adventure. Also Jack London did the pass but like I remember not really with the will to find gold it was more the experience and the opportunity to hear god stories what leads him. The same was it for me. But you can not really compare the touristic hike in nowadays and the efforts of the great gold rush.

 

 

6.8.13 21:30


Chapter 2- act 8: In to the wild

Now is the time to reach the USA, the country of infinite possibilities. But before I finally arrive the USA there is at first the flight from Tokyo to LA and about this I want to write a few words. This time I had fortunately no problems, everything was easy and relaxed but I´ve never flew with an A-380 before and I think it was the first and the last time that I had the opportunity to fly with a luxury airlines like Singapore Airlines. It was a nice experience but somehow I had all the time the feeling that in the next moment someone will appear and bring me to my right place in the not so comfortable class but this never happened. I was in the right place in economy class.

First we get this wet towels and directly a small aperitif. I took the red wine and water, when something is for free you have to make the best out of it... When the carriage with the drinks passed me the next time I emptied my glass and ordered a new one. (Since this every time when the stewardess passed me she filled my glass without asking me. What a service... To get drunk in a plane was also part of this nice experience) Now I studied the extraordinary supply of movies, TV-Series, Music and games which you could choose to watch or to play on your personal display in the back of the seat in front of you. And there were not only a few films. They had an own magazine to choose from. Once I flew with Air Asia to South Korea but this was another level.... Also you could choose from a menu what to eat and what kind of wine you want to enjoy with your meal. I chose a Bourdaux and the chicken with broccoli and potatoes which was with a great distance the best I have ever eaten at an airplane. During this meal I started a conversation with my neighbor, which was a 19 year old girl from Colorado. I was in such a good mood that I gave her advices for her live and talked so much and so loud that I get exhorted by the stewardess that normally we have night now and other passengers want to sleep...( As I sad it is wonderfull to get drunk in the plane...) Instead of talking I watched now a movie and get in the right mode to reach the USA by watching GI Joe, what is in fact a advertisement film for the US-Army hidden in an action film costume. To sleep was no option for me because we overstepped the date border and started at 8 o clock in the evening and arrived at 1 o´clock pm at the same day. It is really a strange feeling... Actually you have won a few hours of time but your body do not want to accept the change so easily...

Before I arrived the nature of Alaska I made my first experiences with the „normal“ USA and I cannot overstep this. My image of the States is formed by movies, news and books. I have a really clear expectation of what will await me there. And I have to say we know the states very good if we believe the stereotypes of Americans and the country are true. In fact almost everything is like in my imagination. I have never seen so many fat people. Normally there are a few fat persons everywhere but in the states (and until now I speak from smaller cities like Anchorage or Fairbanks) there are sometimes only fat people when you turn around in the right moment. Whole fat families, with fat children and fat grandmas and this is why you have really to search if you will find a restaurant which serves not only fast food. For me it is the heaven on earth, McDonalds, Burger King, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, and a lot of other companies, I´ve never heard the name before, but only because I know I will leave this country in a few weeks. “Supersize me” is not a joke it is the reality. We all know this but to see it is another thing... And the big brands are established a lot of times in a town of which size in Germany a town must be „happy“ if they have two McDonalds and two Burger King... And everything is huge, so huge... The streets are huge, the cars are huge and also the drinks. When you order a medium coke in the cinema, you get one liter... And the cinema itself...In a town of 50 thousand inhabitants, you have a multiplex cinema with 16 halls...

Everything is here constructed for car users... This is really a country of car-fanatics. As a person without a car you have bad cards to go somewhere in under half an hour. Of course there are also some busses. But the system of public transportation didn´t realy earns this name. There are only a few busses a day and of course you have also to walk a good distance to the stations. Sometimes I thought that you have better a car to reach the busses... And Wal- mart... Just to go there and to watch the people is interesting. Some of them look like they woke up just a few minutes ago. I mean there is no dress code in European countries to go shopping and there should also be none and I´m not the kind of person who spend a lot of attention to the appearance of people but what I saw here is without an example... A guy from Wisconsin whom I told this impression recommended to me to watch at you tube some videos with people at Wal- mart and I have to say it is quite funny…

It also appears to me really strange when one could find next to basketballs and travel cases shot-guns, rifles and 9mm´s. I don’t want to live in a country where you can buy sausages and weapons in the same shop... Somehow I cannot feel safe with this in my mind and Alaska is very extreme in this sense. The people are more addicted to guns then elsewhere in the states and they are more conservative. Not without a reason, Sarah Palin was once the governor of this state... If you ever wanted to buy a pump gun at four o’clock in the morning, the USA are the right place for that.

Why I came to Wal-mart is because I had to buy some camping stuff. To go into the wild should not be done without being good prepared. I don’t want to end like the guy in the movie with the same name.. And because I didn´t want to travel around half of the world with all the equipment I have to equip myself at the place of my adventure. I bought a tent, a compass, a mattress, a propane-cooker, water-filter, a emergency-mirror, a emergency blanket, a first aid kit, mosquito spray (very important, mosquitoes are a real plague in Alaska and if you don’t want to scratch your whole body bloody it is really necessary) and so on and so forth. And then there are the bears in the wild so I bought a bear bell, bear spray and a bear keg (A plastic box to store all the food) and of course a rope to put all the food into a tree in the night. In total I spend a lot of money into the equipment but at least I want to feel as safe as possible because despite of my great words to want this adventure (and I really want it) I´m in fact a little bit scared....But first I had to find out where I should go. There are a lot of hiking tracks around Anchorage but the most of them are only styled for one day hikes. And this is not really an adventure. I want to go camping in the nature. Otherwise I had bought all the stuff without any sense. And of course you can reach the most trail heads only by car... So I made a big research in the internet, in a hiking guide I bought and Barnes&Nobles (the book store, but not a normal one this is literally the Wal- Mart for books...) and by asking locals. Finally I found a multi- day tour which is accessible by train At least you come into a near distance to the trail-head, so that I had only walk another 7 miles to reach the trail) the crow-pass trail, which should be one of the most popular and most beautiful in the country.

So then, I´m mentally and physically ready for my first hike in the wild of Alaska. I have all the stuff and a plan.

I go by the Alaska railroad to the small city of Girdwood but unfortunately the Alaska railroad is not a normal train in our sense it is mostly a sightseeing train for tourists from all over the world. So there is a full service of tour guiding, stops for cute mountain-sheep and every times the advise to have your cameras ready when there is a good spot to take some photos. So I feel more on a Sunday-morning excursion then on the way to a big adventure. Happily I need only to go one and a half hours by the train and leave it at the first station after the departure. I feel much more comfortable after I leave all the families and old people which scream every times when they saw a small lamb in the mountains and take the cameras out at every spot, which is already photographed by hundred thousands of peoples. It is like everywhere, it could be so nice if there hadn´t been all the other tourists, which give you the feeling that you are only one of them and not the guy on his way to a great experience. In fact the track of the railroad along the coast into this nice Fjord is really amazing. And the scenery has not to hide behind the nicest Norwegian Fjords.

Like I said, when I was off the train I felt much better. Now the adventure can begin. Or not really yet because first I have to walk the seven miles to the trail-head. And these seven miles are longer then I had hoped before... Every step is not only a step straight but also a slight step above. That means that I have to walk 7 miles normal distance and 450m in height. But finally I´m on my way and so I take this challenge in a good mood and with a song on my lips. I come step by step closer to my destination. In four hours I reach the trail-head. A few hundred meters before the trail-head a car is stopping besides me and a young guy asks me if I want to go the whole trail. After my positive reply he advises me not to do that because he has met some bears and even with his companionship of two other peoples and a lot of noise they made about a time of 10 hours he felt not very safe. I´m a little bit shocked because I had called the park rangers a few hours ago and they told me everything is clear now and the danger is not about the average ( until the day of my departure one part of the trail was closed because a grizzly killed a moose directly on the trail and has charged a hiker because he thought that he wanted to steal some of his lunch). I say this to the guy and he replies that they have seen some parts of the dead moose and that the smell has probably lead some more grizzlies to this place. Wonderful I think, but as easy as this I don´t want to give up my plans. I want to see it with my own eyes. To return is also then possible and so I say thank you for the advice but I will try it. The guy wishes me the best luck and continues his way. After my dinner I meet two young park rangers who just in this moment remove the bear warning sign from the beginning of the trail. They assert me with the words: Of course there are a lot of bears in this area but now they are not more dangerous than they normally are... Ah ok that sounds very safe...

Until yet the weather is not really friendly, it´s foggy and big clouds hide the top of the mountains, where I want to go. But with my start on the real trail it gets better and better. My first task is to overcome another 600 meters in height and two miles in distance and this time there is no street. The way is, like the ways normally are in the mountains, full of stones. Small ones, big ones and sometimes really big ones, so that the hiking is really challenging. Within the first hour my right hip starts to hurt. Why to the hell my hip? Not my feet or my legs, my hip...Sometimes I wish that I could watch into my body and see what is going on there. Every step with the right leg becomes a challenge. But no excuses put your teeth together and go on. Because of the clouds which are still there I have no orientation how long I have to go or compare the walked distance with the distance I have to go. Sometimes there is more than one way and because I cannot see more then the next 20 meters I do not know which to take. I take every times the one which leads me more up. Fortunately it is the right decision , because I reach the pass and like in a theatre the cloud-curtains open in this moment. I can see a quite wonderful scenery. A blue and in the sun glittering glacier lake lies in a little valley directly before me, surrounded by sharp stones covered by snow. A little river flows through the valley from the lake and on the other side of the lake a waterfall comes down from the glacier. Because of this magic moment (and my hurting hip) I decide to rest at this place and to build up my tent even it is only three o´clock in the afternoon but I have already 7 hours of walking behind me.

 

 

 

The tent I bought is not high quality, which you cannot expect for a price of 50$ but the building is easy and it looks quite stable. I spend the rest of the day just with looking at the lake and the mountains and reading in this fantastic atmosphere. Only two other hikers I see at this place so that I have almost the feeling of being in the middle of nowhere. My meal for the evening is inspired by astronaut’s food. A dried, frozen portion of beef stroganoff (or Cosmonauts in this case). The only thing I have to do is filling some boiling water in the bag, close it and wait a few minutes and the meal is ready. Until now I thought Astronauts (or Cosmonauts and since a few years also Taikonauts) food must be horrible but if they get the same it is actually not so bad. And in Wal-Mart they had really plenty of different products to choose from. Also ice-cream, breakfast-omelets or lasagna. I´m almost happy that I will have a few more days in the wild so that I can eat myself through this whole supply of different products... I go to bed early because I want to start the day also early. But after only a few hours I wake up, shivering and my whole tent is shaking. The weather must be becoming worse in the night. I put on my long underpants and be able to sleep another few hours after I wake up again, still freezing. I put on another pair of trousers, a pullover and socks and now it works until the next morning. Perhaps my summer-sleeping bag is not enough for this kind of adventure... So I make a remark in my mind that I have to buy a better sleeping bag before my next trip. Ah, it is wonderful to learn out of experiences. Sometimes it have to hurt....I´m so happy about my propane-cooker at the morning and about the possibility to drink some warm tea that I praise this investment even more as after the beef stroganoff... The scenery out of my tent (which is quite wet, so I have to hope that the day will be sunny and dry so that I can dry it in the evening) is still wonderful. Clouds are blowing through the valley by the wind and I take a picture. But why the battery-status of my camera is red? It was almost full the last evening. Somehow one of the buttons has been pushed and it was on the whole night...Damn... The camera is really not bad. Small and light but the transportation is very difficult. The buttons are not hidden, so that every times when something hard which is with the camera in the pocket hit one of the buttons it turns on without being noticed by me... and to recharge only with mini-USB and the places to do this are very rare in the nature. So this was the last picture on my trip and this after the first day... There is only my cell-phone left and this I have to use very carefully and have to turn it off the most time because I need it in cases of emergency and there will be no energy in the next four days. Additionally I have to write Steffi a message on Thursday when I finish my trail, otherwise she will call the Alaska state troopers, like we have discussed. She is my security-plan if something happened, knows the trail and the day of my return. Besides this the camera is really bad. But now my only chance to prove that I was really here... And this in the situation when I cross the pass and have this amazing view into the valley (On my last day of the trial a local whom I met said to me that the view into the valley is one of the 7 most beautiful scenery in whole Alaska ) and on the glacier... But in my mind this pictures never die. But of course you want to show this and make the other people at home jealous. Anyway you have to believe me at this point. It is incredible. Like in a movie.

The green of the valley is shining and the blue of the glacier intensive like the sea. It´s absolutely silent, the only noise you can hear is the roaring of the waterfall produced by the glacier-water and a scream of an eagle which sails in the air... With this impression I start my way into the valley to the eagle river. And now my bear bell starts to work, because I come in an area with a lot of bushes and the way leads you through the plants so that one could not see more then the next meter and what is more important also a potential bear cannot see one coming. So, one of the most important rules in a bear-area is to make noise so that you do not surprise the bear and follows his reflex of protecting himself, which could end unfortunate for a human. The ringing of the bell was my persistent companion for the next days. What one does to be safe...

I do my first crossing of a river but unfortunately I think that I can do it without getting wet feet because there were some stones in the river. In the middle of the river I noticed that the distance is too far so that I had to step into the water if I do not want to become old at this place. I arrive the other shore with wet feed and weak legs because under my afford to stay dry I felt almost in the river with my whole backpack... And I can say to you hiking with wet feet is no fun... I tried to dry the boots in the sun but if this heavy hiking boots are once totally wet it is not so easy to get them dry...

The roaring of the eagle river one can hear from a farer distance and when I see the river for the first time my only thought is: How the hell should I cross this river. The water is fast so that you can do some rafting or wild water kayaking in the river and the color is grey so that one cannot see how deep the river is and what kind of stones are at the ground. But perhaps there are some stones or a kind of handrail at the place which is marked in the card for the crossing. I finally reach this place and the only difference I see that the river is broader at this place but the water is as fast as before and there are no helping instruments.... After half an hour of thinking I decided not to try it also because I tried with my hiking sticks how deep the water will be and after two steps it is over my knees. I have this imagination like I slip away and my too heavy backpack (because I have not only all the camping stuff with me, also some dirty cloths and too much clean cloths which I didn´t leave in the hostel) which is more than 20kg pulls me under water, in my panic and with the from the cold stiff fingers I cannot open the belts and so I drift down the river and the air in my lungs gets less and less...No, I don´t want to die like this. (On my way back I met a couple from Pennsylvania, whom I told my story and the guy  said to me that I acted quite right. The newspapers had only written that a tourist died because he was stupid and not well prepared. Who wants to die stupid?) I´m a little bit disappointed of myself but in combination with the bear-warnings for the other shore of the river from the day before I can find enough arguments to defend the decision before myself...

Because it is already in the evening I search for a nice place to camp near the river and after finding it I search also for some wood to make a small camp-fire to dry my boots. At the fire I eat my next Astro-, Kosmo-, Taikonauts-Meal, which is Chicken-Teriyaki this time. I pull my meals up to a tree and after that I recognize that I made the fire also to have an effective weapon against a bear... But I was not really scared. In fact I enjoyed my place at the camp fire a lot. Looking up to the mountains, besides me the roaring of the river. Magical. Only the dogs are lacking and the bacon and the beans and it would be like in a novel of Jack London. (but perhaps they have at least a meal at Wal-Mart with the same taste.)

The breakfast the next day is very special because I have a meeting of a natural kind. I’m sitting there with my tea and a piece of beef jerky ( I love it and just for the big packagages of this stuff at Wal-Mart it is worthy to be in the USA) and looking into the blue sky as I hear something next to me. I’m looking at this point more as a reflex because the fear of the bears was at this point not as strong as in the beginning and I’m sitting there face to face to a moose. No, face to face is not right, more face (me) to knee (moose). It’s a really big animal and with only five meters between us and no fence I’m shocked an frozen to a statue. The moose is really calm, bites a few leaves from the next tree, is looking at me and decides then to go another way. It turns around and vanishes between the bushes. I’m starting to move again, my hurt is bumping. And only when I can see the tail anymore I’m realizing that it had been nice to take a picture. But then I realize that my camera has no energy and the moment is gone anyway. So also this time you have to believe me. It’s a completely different thing to meet such animals in the wild then it is to stand near to them for example in a zoo.

The adventure is going on…

25.7.13 05:40


Chapter 2- act 7: Tokyo

Originally I wanted to write this entry in english but I´m so much behind in time that I have to write in german. English takes to much time for me. The next entry about my first experiences in Alaska I will write in english I promise.

So Tokyo. Nach meinen Tagen in Beijing sehne ich mich eigentlich nach ein wenig Ruhe, nach Raum zum atmen und nach ein wenig unverbrauchter Natur. Aber das alles werde ich in Tokio wohl nicht bekommen.

 

Nach meiner etwas holprigen Anreise wünsche ich mir erstmal auch nur einen guten Schlafplatz. Ich betrete das von mir gebuchte Hostel allerdings schon mit einem etwas mulmigen Gefühl, da ich einen Tag später anreise als eigentlich angekündigt und in Schanghai auch nicht die Möglichkeit hatte eine E- Mail mit einer Ankündigung meiner Verspätung zu verfassen. Und tatsächlich bestätigt sich das ungute Gefühl als ich meinen Namen an der Rezeption nenne. Nein, meine Reservierung hätten sie gecancelled und es sei auch kein Bett mehr frei für diese Nacht. Aber er könne mir ein günstiges Hotel empfehlen für die Nacht. Ein wenig verzweifelt bin ich in dieser Situation ja schon. Erst der ganze Schlamassel mit dem Flug, einen ganzen Tag verloren und dann muss ich mich erstmal auf die Suche nach einem Schlafplatz machen. Aber Aufregen bringt an dieser Stelle nichts. Ich frage also nach dem Weg und dem Namen des Hotels und mache mich auf die Socken. Der Name Capsule- Hotel lässt in mir auch schon irgendetwas aufhorchen aber ich kann es zu diesem Zeitpunkt noch nicht fassen. Erst als ich an der „Rezeption“ des Hotels erstmal ein Ticket für meine Übernachtung ziehen muss und dass tatsächlich an einem Automaten tue, geht mir langsam auf, dass ich diese Nacht nicht in einem normalen Hotel nach europäischem Standard verbringen werde. Die Gänge des Hotels winden sich in dem Haus wie eine vielköpfige Schlange und als ich letztendlich den richtigen Flur betrete, geht mir auch auf warum mich der Name Capsule-Hotel hat aufhorchen lassen. Ich habe darüber schon mal in einer Fernsehsendung in Deutschland gehört. Die Platz-sparendste und günstigste Version von Hotelzimmern... Nebeneinander aufgereihte und aufeinander gestapelte Kapseln, die sich wie Bienenwaben zu einem Hotel-Stock zusammensetzten.

 

Das ist doch mal eine interessante Erfahrung. Belegte Kapseln werden durch eine rot leuchtende Diode gekennzeichnet, freie mit einer grünen. Man muss sich also vorstellen, dass die Hotelgäste in einem nach vorne offenen länglichen Plastikei übernachten. Das Ei oder die Wabe ist ausgestattet mit einem Bedienelement für Licht, Radio, Wecker und Fernseher, der an der Wabendecke angebracht ist. Empfangen wird ein einziger Kanal. Will man ein größeres Angebot freischalten, so steht ein Münzeinwurf zur Verfügung. Auch Pay-TV kann mit einem extra Ticket an dem Rezeptions- Automaten erworben werben. Die Wabe kann vorne mit einer Art Vorhang verschlossen werden und man ist von der Außenwelt abgeschnitten. Für die Wertsachen und Gepäckstücke gibt es einen Schrank im Vorraum. Auch hier eine sehr interessante Erfindung, die mir erst nach einigem nachdenken aufgeht: Vor den Schränken sind Steckdosen in den Boden eingelassen. An diese kann man seine elektrischen Geräte, wie Handys oder Laptops anschließen, während die Geräte selbst sich in dem abgeschlossenen Schrank befinden. Sehr praktisch, wirkt aber erstmal ein wenig eigentümlich, wie die Kabel so aus den Metallschränken hervorragen. Dieses Hotel ist definitiv kein Platz zum Wohl fühlen aber es ist alles im allem, wie gesagt, sehr praktisch, rational und seinem Zweck, dem günstigen Übernachten tatsächlich sehr dienlich. Das Schlafen selbst ist nicht anders als in jedem anderen Hotel auch, erholsam und kraftspendend, wenn man sich schnell an neue Umgebungen gewöhnt. Für mich ist diese Erfahrung durchaus gewinnbringend und dennoch weiß ich, dass auch ich hier nicht mehr als eine Nacht verbringen möchte.

Den nächsten Tag stürze ich mich in die nächste Großstadt auf meiner Reise und wie nicht anders abzunehmen erwarten mich auch hier Massen über Massen von Menschen, zusammengedrängt in U- Bahnen, Einkaufsstraßen und Touristenknotenpunkten. Die erste Herausforderung, die ich in Tokio zu meistern habe, ist mich mit einem neuen System von U-Bahnen zurechtzufinden. Und ich muss ehrlich sagen, für mich ist es schwieriger als in Moskau, obwohl hier doch überall auch normale Buchstaben verwendet werden. Aber das tokioter U-Bahnnetz zieht sich wie ein Spinnennetz durch die Stadt und zwar nicht wie ein normales mit instinktivem System geknüpftes Netz, sondern wie ein Netz welches von einer Spinne in angetrunkenem Zustand gewoben wurde. Die Knotenpunkte sind nicht regelmäßig, die Übergänge nicht fließend und ich bin mir sicher, wenn ein solches Spinnennetz in der Wirklichkeit existieren würde, würde sich die Spinne selbst in ihrem Netz verheddern. Die Linien haben keine Nummern sondern, natürlich japanische, Namen, was die Orientierung erschwert. Stationen die zum Umsteigen dienen haben pro Linie auch wieder verschiedene Namen, so dass man fast nie in ein und derselben Station in eine andere Linie wechseln kann, sondern erstmal eine andere Station betreten muss, die aber wiederum genauso miteinander verbunden sind wie bei normalen U-bahn-Netzen die Umsteigeknotenpunkte, was, finde ich, keinen Sinn macht, dann hätte man doch auch gleich dieselben Namen verwenden können. Außerdem gibt es die Tokio-Metro und die JR-Linien, für die verschiedene Tickets an verschiedenen Automaten gezogen werden müssen. Die Preise der Fahrscheine berechnen sich nach der Distanz. Auf dem Plan der Metro sind die JR-Linien nicht eingezeichnet und umgekehrt. Es kann einem also passieren, dass man einen Fahrschein für 260 Yen erwirbt um an einen bestimmten Punkt mit der Metro zu kommen. Merkt man während der Fahrt, dass man bei einem Umsteigen in eine JR-Linie viel schneller wäre, verfällt also der zu viel gezahlte Preis des Metro-Tickets und man muss zusätzlich für die JR-Linie bezahlen. Man sollte sich seiner Sache also sehr sicher sein. Das ist am Anfang nicht immer ganz einfach. Für einen Fremden, der das erste mal den Plan der Tokioter U-bahn betrachtet, wird schnell klar das diese Herausforderung nicht leicht zu meistern sein wird. Nach ein paar Tagen Eingewöhnungsphase geht es dann aber plötzlich wie von ganz alleine. Es ist als hätte man eine neue Sprache gelernt. Man fühlt sich mit der Zeit immer sicherer und es fängt sogar an Spaß zu machen, man spürt ein Gefühl des Erfolgs und dann ist es auf einmal ganz normal. Zum Glück gibt es auch wirklich an fast jeder Station hilfsbereite Japaner, die mit geübtem Auge den verzweifelten Touristen mit verständnislosem Blick auf die U- bahn- Pläne stieren sehen und sich seiner annehmen. Es wird höflich Hilfe angeboten und der richtige Weg erklärt.

Das ist so oder so eines der herausragendsten Merkmale Tokios (und ich schätze einfach mal ganz Japans): die ausgesuchte Höflichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. In jedem Laden wird tausendmal Bitte und Danke gesagt, es wir überall um die Wette gelächelt und wildfremde Menschen sprechen einen auf der Straße oder in der U-Bahn an, um einem weiter zu helfen oder einfach nur ein wenig Englisch zu sprechen. Und niemand von ihnen will dir hier etwas verkaufen oder einen in dubiose Kunstgalerien zerren. Man ist als Tourist nicht das Opfer was es zu schröpfen gilt, sondern der Gast den es zufrieden zustellen gilt oder für den man sich schlicht interessiert. Man fühlt sich manchmal regelrecht hofiert. Die Höflichkeit wirkt auch nicht aufgesetzt oder wird einem regelrecht lästig. Man fühlt sich einfach willkommen und gut aufgehoben.

Die einzigen Menschen, die in Japan wirklich aufdringlich sind sind die ausländischen Disko-Marktschreier. Sie versuchen einen in den Zentren des Nachtlebens in ihre Clubs oder Bars zu schleifen. Versprechen einem schöne japanische Frauen und billiges Bier. Sie lassen nicht so schnell locker und versuchen die Sprechbarriere auszunutzen, die es es in Japan erstmal zu überwinden gilt. Denn auch hier ist die Englische Sprache nicht wirklich weit verbreitet. Hat man allerdings des japanischen mächtige Menschen mit dabei, lassen sie ganz schnell von einem ab und werfen sich auf die nächste hilflos umher irrende Touristengruppe. Diese Beobachtung konnte ich ganz relaxt machen, weil ich mich gemeinsam mit einer international zusammengewürfelten Truppe aus meinem Hostel auf einer Erkundungstour im Tokioter Nachtleben befunden habe und wir tatsächlich zwei japanische Studenten unterwegs aufgegabelt haben, die wir eigentlich nur nach dem Weg gefragt haben und die uns dann mit dem I-Phone und Google-Maps bewaffnet bis zu unserem Ziel und dann noch weiter begleitet haben. Da war sie wieder die ungezwungene Freundlichkeit... Wir wollten eigentlich etwas von ihnen und für sie war es wie selbstverständlich sich uns anzuschließen. Natürlich haben sie uns vorher gefragt. (Die Höflichkeit) Durch die beiden konnten wir großartige Einblicke genießen in das japanische Alltagsleben und zusätzlich haben sie uns auch noch einen wunderbaren Deal vermittelt in einer der Karaoke-Bars Tokios, die hier so zahlreich sind wie in Deutschland die Trinkhallen. Karaoke wird hier nicht mit dem gesamten Publikum einer Bar zelebriert sondern in kleinen privaten Einheiten, die ähnlich wie die Waben des Capsule- Hotels nebeneinander angeordnet sind. Das Bier wird über Telefon geordert und von unten in die mehrstöckigen Anlagen verteilt. Zur Auswahl stehen nationale und internationale Klassiker und natürlich modernes. Wobei für den ausländischen Touristen natürlich nur die internationalen Stücke in Frage kommen, nicht nur weil die Texte der japanischen Pop-Musik nicht zu entziffern sind sondern auch der Klang für europäische Ohren nicht zu ertragen ist. (Das mussten wir feststellen als unsere beiden japanischen Freunde etwas zum besten gegeben habe.)

 

 

Auch ich habe natürlich meine durch Zigarettenrauch und Alkohol geölte Stimme genutzt um einige Lieder zu trällern. (Zum Glück werden die Stimmen hier mit dem Synthesizer so weit verzerrt, das man sich kaum selbst erkennt) Bis am nächsten Morgen wieder die U-Bahnen gefahren sind haben wir es hier richtig krachen lassen. (Was ich übrigens nicht verstehe, in einer Millionenstadt wie Tokio, genauso wie in Beijing, stellt das U-Bahnsystem von 24 bis 5 Uhr in der Früh seine Tätigkeit ein und in einer dazu im Vergleich kleinen Stadt wie Hamburg fahren die Züge die ganze Nacht....?!)

Apropos Zigarettenrauch kombiniert mit Höflichkeit. Das Rauchen auf der Straße ist in Tokio nicht verboten. Überall befinden sich allerdings Schilder mit der Bitte doch nur in gekennzeichneten Raucherbereichen seiner Sucht nachzugehen. Ich betone Bitten! Und die Japaner tun dies auch. Ausschließlich. Die einzigen Menschen die ich hier in nicht abgegrenzten Bereichen habe rauchen sehen waren Touristen. Ich glaube nicht das in Deutschland das Bitten Erfolg haben würde. Ich denke da einfach an mich selbst... In Japan habe ich mich natürlich zähneknirschend den Gegebenheiten angepasst und bin teilweise ganz zittrig geworden, weil die Raucherbereiche nicht wirklich regelmäßig über die Stadt verteilt sind. In den Raucherbereichen weisen dann freundliche Hinweisschilder auf die negativen Auswirkungen des Rauchens hin. Teilweise etwas übertrieben und fern der Realität wie ich finde. So wird beispielsweise darauf verwiesen, dass die Flamme eines Feuerzeugs!!! Menschen in einem weiten Umkreis gefährdet oder Zigaretten weil sie normalerweise in Kopfhöhe eines Kindes gehalten werden, diese besonders schädigen. Also ich halte meine Zigarette normalerweise in Höhe meines Mundes und nicht in Kindeskopfhöhe aber der Gedanke muss ja schon einmal gedacht werden.... Das rauchen bringt mich wiederum zu einem weiteren Highlight meines Tokio- Aufenthaltes. In der Electric-City sind die Raucherbereiche ebenfalls sehr unregelmäßig gesät, so bin ich quasi immer wieder sozusagen in die Spielhöllen gezwungen worden, denn dort ist das rauchen in allen Stockwerken mit ausgesuchten „Männer“-Spielen erlaubt. Muss es auch sein, schließlich will man die Zocker so lange wie möglich an den Automaten halten. Und hier gibt es alles was das Zocker-Herz begehrt: Street Fighter, Tekken, House of the Death, GTA und natürlich für mich alten Nintendo-Fan: Super- Mario-Kart (das allerdings in einem Rauchfreien Stockwerk, weil auch jüngere Menschen dort Zugang haben). Einige Stunden habe ich hier insgesamt über die komplette Woche verteilt zugebracht und bin den Leidenschaften meiner Jugend nachgegangen. Leider habe ich nicht immer alle Anweisungen verstanden und so musste ich mich oft mit Gegner direkt im Vergleich messen und konnte nicht gegen den Computer glänzen, was natürlich immer in einer Niederlage für mich geendet hat, da diese geübten Spieler gewisse Vorteile haben. Darum beneide ich die Japaner wirklich. Ich finde das zocken in einer solchen Atmosphäre hat viel mehr Flair als Solo zu hause vor der Glotze. Auch für Mädels wird einiges geboten. Tanzspiele, Model- und Foto-Wettbewerbe, hier ist wirklich für jeden was dabei. Ganz besonders beliebt ist ein Spiel in dem man zum Rhythmus von Musik sechs hell aufleuchtende Knöpfe drücken muss. Auch daran habe ich mich versucht, bin aber über das Anfängerlevel nicht hinausgekommen und schnell an meine Grenzen gestoßen. Schaut man allerdings den Profis zu, kann einem regelrecht schwindelig werden.Es waren auch Spiele dabei, bei denen sich mir der Sinn einfach nicht erschließen wollte und eine Menge Möglichkeiten mit Greifarmen sein Glück im Automaten zu suchen. Hier müssen täglich Milliarden von Yen einfach in den Schlitzen der Computerindustrie verschwinden.

 

Oha, wo wir gerade bei Maschinen sind. Tokio ist für mich ab jetzt die Automatenhauptstadt der Welt. Hier stehen sprichwörtlich an jeder Ecke Getränkeautomaten. Wirklich überall und dann nicht alleine sondern sie treten meist in Haufen auf. Es gibt hier auch Zigaretten am Automaten, Eis, Pizza, Bananen!! und in vielen Restaurants gibt man seine Bestellung am Automaten auf und gibt das ausgespuckte Ticket dann einfach an die Küche weiter.

 

Effizienz und Zeitersparnis an jeder Ecke uns an jedem Ende, verständlich, schließlich hat ein japanischer Arbeitnehmer am Anfang seiner Karriere oft nur 10 tage!!! Urlaub und meist eine 50 Stunden Woche, da will die wenige freie zeit gut genutzt sein und man will diese nicht mit warten in Schlangen verbringen. Auch sind die Automaten nicht teurer als die Getränke in den Supermärkten. Es geht wohl tatsächlich einfach auch darum den Andrang an Menschen zu verteilen und manche Bedürfnisse sozusagen outzusourcen. Das Essen ist übrigens meist vorzüglich auch wenn es für unsereins fast automatisch billig und irgendwie nach minderer Qualität klingt, wenn man es an einem Automaten bestellt. Aber in einem Land wie Japan muss man seine herkömmlichen Denkwiesen auch einfach mal über Bord werfen und das Neue ganz unverkrampft an sich heran kommen lassen. Dann kann man es wirklich genießen, vor allem wenn man so langsam gelernt hat den Inhalt der Bilder richtig zu deuten und man tatsächlich Rind oder Hühnchen bekommt wenn man Rind oder Hühnchen haben möchte. Man hat tatsächlich auch keine andere Wahl als auf diese weit verbreiteten Fast-Food Restaurants zurückzugreifen, will man nicht innerhalb kürzester Zeit völlig verarmen in dieser wirklich extrem teuren Stadt. Natürlich ist für mich der Unterschied besonders groß, weil ich aus Beijing komme und vorher russische und mongolische Preise gewöhnt war. Das japanische Preisniveau lässt sich eher mit Finnland vergleichen aber das ist innerhalb der letzten ein- ein halb Monate so weit von mir weggerückt, dass es mir tatsächlich schwer fällt wieder zu dieser Sichtweise zurückzukehren.

Natürlich musste ich in Japan auch mal Sushi probieren aber davon war ich wirklich enttäuscht. Die heimische Sushi- Bar in Kassel steht diesem in Qualität in nichts nach und auch preislich konnte ich keinen Unterschied feststellen. Selbstverständlich hätte ich bestimmt eine Sushi-Bar finden können, die um einiges besser ist aber das hätte sich höchstwahrscheinlich dann auch dementsprechend im Preis niedergeschlagen. Nur um wirklich gutes Sushi für einen vergleichsweise günstigen Preis zu bekommen lohnt es sich also nicht nach Japan zu kommen. Allerdings gibt es Sushi auch in jedem Supermarkt in Hülle und Fülle, frisch zubereitet und zu günstigem Preis und das ist wirklich erheblich besser als als das Sushi aus den Gefriertruhen der europäischen Supermärkte. Für günstiges Sushi lohnt es sich also nach Japan zu kommen aber das sollte nicht der einzige Grund sein.

Viel erwähnenswerter als die Sushi- Thematik finde ich das Überangebot an Freizeitparks und sonstigen Vergnügungszentren, wie einem Legoland, Madame Taussauge oder einem eigenen Disney-Land. Was sagt uns das wohl über die japanische Gesellschaft? Auf jeden Fall, dass die Menschen zu wenig Urlaub haben um des öfteren weitere Reisen zu unternehmen und aus diesem Grund gezwungen sind, ihre Zerstreuung in der Nähe zu suchen und dass die absolute Fokussierung auf Arbeit als Lebensinhalt auch einen Ausgleich braucht, der sich dann in exzessivem Freizeitgenuss ausdrückt und anderen extremen, die ich später noch erwähnen werde. Die Vergnügungszentren sind des öfteren nicht von den europäischen zu unterscheiden, wobei der Anteil an elektronischer Unterhaltung doch wesentlich höher ist. Diese Tatsache ist für mich auch neben dem Fakt, dass viele hochqualitative Elektroerzeugnisse ihren Ursprung immer noch in Japan haben, natürlich auch dadurch zu erklären, dass eine virtuelle Achterbahn mit Wasserbesprenkelungsanlage viel weniger Platz einnimmt als eine echte und der Effekt fast derselbe ist. Nervenkitzel, eine Menge ausgeschüttetes Adrenalin und Spaß in einer hohen Dosierung ist auch in diesem virtuellen Abenteuer das Ergebnis.

Und die japanische Unterhaltungsindustrie ist wirklich überaus einfallsreich. Für mich war es klar, dass ich auch einige Stunden in einem dieser virtuellen Vergnügungsbrunnen zubringen musste und habe mir den SEGA- Park ausgesucht. (Einen Nintendo-Park gab es leider nicht, den ich auf jeden Fall vorgezogen hätte. Da bin ich doch immer noch sehr geprägt von meinen ersten Computerspielerfahrungen. Einmal Gameboy, immer Gameboy!) Hier hat man sich wirklich größte Mühe gegeben, große SEGA-Spiele-Klassiker in eine praktisch erfahrbare Form zu gießen. Man kann als Sonic an einer Olympiade teilnehmen, in der House of the Death- Achterbahn Zombies abknallen, in einer echten Dodge-Viper über die virtuellen Straßenbrettern oder eine Rakete mit vielen Umdrehungen durch einen Parcours steuern.

 

Die Kombination aus visuellen Reizen und körperlich erfahrbaren Extremsituation hat auf mich einen beschwingenden Effekt, der den schwindelerregend hohen Eintrittspreis fast vergessen lässt. Die ständig klatschenden und einen stets anfeuernden und ermutigenden Mitarbeiter tragen natürlich auch ihren Teil dazu bei, sich in einer ganz besonderen Atmosphäre zu fühlen. Mein ganz persönliches Highlight sind allerdings die Toiletten. Benutzt man das Pissoir wird man durch ein sich in Kopfhöhe befindliches Display aufgefordert einen bestimmten Punkt anzupinkeln (der durch die Konstruktion bedingt auch die wenigste Streuung von Urintropfen verursacht). Sodann wird durch einen Sensor ein Wasserstrahlwettbewerb auf dem Display gestartet, welchen man gewinnen kann, so lange man den richtigen Punkt im Pissoir anpinkelt....

 

Und die normalen Toiletten besitzen tatsächlich eine Art Brunnen in der Mitte, der einem in verschiedenen Intensitäten den After reinigt und auf Knopfdruck auch Musik abspielt. Eine solche Toilette wollte ich schon immer einmal live sehen. Und hier ist sie!!! Wenn ich später einmal genug Geld für solche im Prinzip überflüssigen Dinge habe, muss ich mir ein solches Teil auch anschaffen. Fast ist es schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht auf die Toilette muss....

Wo ich gerade wieder bei Elektronik bin, muss ich nochmal auf die Elektric-City zu sprechen kommen, die auch gleichzeitig das Zentrum der Manga- und Erotik- Szene ist.

 

Ganze Hochhäuser vollgestopft mit Comics. Hier gibt es alles, was auch bei uns mal „In“ war, ist oder in den nächsten Jahren sein wird. Dragonballs, One Piece, Mila Superstar, Die Kickers, Sailermoon, Yu-Gi-Oh und und und... Nun ja und es gibt eben auch die Bereiche, die einen Europäer dann doch eben eher abschrecken. Meist im Keller befinden sich die Erotik-Sparten. Und was ich hier als Erotik bezeichne ist eine sehr freundliche Umschreibung von dem was ich dort auf den Covern der Magazine entdecke. Wirklich jedwede Perversität, die man sich ausmalen kann gibt es dort in Form von Comics zu erstehen. Besonders beliebt sind Mädchen in Schuluniformen... Das wirkt schon ein wenig befremdlich und auch manchmal regelrecht abschreckend. Vor allem weil es so gar nicht verpönt scheint. Die Läden sind nicht wie bei uns in ausgesprochene Rotlicht-Viertel gedrängt, sondern befinden sich eben einfach im Keller eines „normalen“Comic-Kaufhauses. Auch die ausschließlichen auf Erotik-Artikel spezialisierten Läden befinden sich direkt neben einem, zum Beispiel, Kaufhaus für Bücher. Meine Neugier treibt mich natürlich auch in diese Etablissements und ich bin beeindruckt von der geradezu überwältigenden Menge an Gummi-Puppen, -Mündern, -Ärschen, -Brüsten und Dildos für den Selbstgebrauch. Das Thema Sexualität ist in Japan ein sehr schwieriges habe ich mir berichten lassen. Auf der einen Seite wird es regelrecht tabuisiert in der Familie und der Öffentlichkeit (Sex vor der Ehe wird nur in speziellen Love-Hotels praktiziert, es ist unvorstellbar in jungen Jahren einen Partner mit nach Hause zu bringen) auf der anderen Seite müssen sich diese unterdrückten Gelüste dann irgendwo anders niederschlagen, was seinen Ausdruck in der immensen und „sehr vielfältigen“ Erotik und Pornoindustrie findet. Ich entdecke unter anderem einen Laden, indem man lebensechte (und ich meine wirklich verblüffend lebensechte) Puppen erwerben kann, das erschreckende dabei: sowohl von erwachsenen Frauen als auch von wirklich jungen Mädchen. Die erforderlichen Öffnungen sind natürlich vorgesehen und mit besonderem Interieur ausgestattet. Des weiteren entdecke ich einen Automaten für Höschen und meine Fantasie und eine Eingebung schon mal davon gehört zu haben sagen mir, dass diese dort zu erstehenden Produkte vorher schon getragen wurden...Das alles ist wirklich sehr extrem aber auch hier muss ich mich davon lösen meine europäische Denkweise zu einem Maßstab zu erklären. Mich würden wirklich die Statistiken zu sexuellem Missbrauch in Japan interessieren. Sind diese vergleichsweise geringer als in Europa so fände ich es besser wenn die Gelüste in dieser Art und Weise ausgelebt werden können als sie in die Praxis umzusetzen aber das muss ich noch recherchieren...

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass Japan nicht nur das Land der Trading-Card Games Yu-Gi-Oh und Pokemon ist sondern, dass man hier auch Karten von Schulmädchen sammeln kann. Echt war! Ich habe mehrere Geschäfte gesehen in denen große Boxen mit tausenden Sammelkarten verschiedener Mädchen zu finden waren. Auf der Vorderseite eine Großaufnahme mit kokettem Gesichtsausdruck, schüchtern lächelnd oder einen der Finger zwischen den Lippen und auf der Rückseite Angaben in japanischen Schriftzeichen, ich gehe davon aus, Maße, Hobbys usw. Um die Boxen herum jüngere und ältere Männer die sich verschiedene Karten zeigen und gewissenhaft fachsimpeln. Auch das ist eher eigenartig finde ich...

Einen weiteren außerordentlich interessanten Ort entdecke ich wie durch Zufall. Dazu muss man wissen, dass in Tokio die Geschäftsviertel sozusagen nach den dort zu erwerbenden Produkten eingeteilt sind. In der Electric-City gibt es alles was mit Elektronik zu tun hat, es gibt einen Stadtteil für Sport-waren, einen für Musikinstrumente und eben auch einen ganzen Stadtteil für gebrauchte Bücher.(das wäre besonders was für dich Andreas!!!)


Hier herum zu stöbern ist wirklich ein großes Vergnügen. Ich ärgere mich nicht nur einmal, dass ich noch eine lange Reise vor mir habe und Papier einfach unheimlich schwer ist. Ich finde einen ganzen Laden mit englischsprachiger Literatur, einen mit viel fremdsprachiger Literatur, darunter auch einige deutsche Klassiker, eine riesige Abteilung mit günstigen Marvel-Comics, vor allem aber ist die Atmosphäre einfach magisch. Bücher überall, auf den Straße, gestapelt bis zur Decke in den Läden. Antiquariate so wie ich sie mir, seit ich zum ersten mal vom Laden des Herrn Koriander (Ich glaube so hieß der Buchhändler doch, der in der unendlichen Geschichte Bastian Balthasar Bux das Buch verkauft...) gelesen habe, vorstelle.

In der Gesamtheit betrachtet ist Tokio einfach unheimlich anders und doch auf eine ganz offensichtliche Art und Weise sehr vertraut. Ich fühle mich nicht so fremd wie in China, so merkt man doch, dass gerade die Kulturindustrie schon seit einigen Jahrzehnten nach denselben Maßstäben funktioniert und doch sind die Parameter des Zusammenlebens und Zusammenhaltens dieser Gesellschaft ganz andere als bei uns.

23.7.13 16:48


Kapitel 2- Akt 6: Beijing

Ich denke auf lange Sicht ist es keine so gute Angewohnheit immer bis zum nächsten Ort zu warten bis ich meinen nächsten Blogeintrag verfasse, denn so drohen sich die Erfahrungen zu vermischen und ich kann nicht mehr das eine von dem anderen trennen. Es ist aber auch nicht einfach, bei dem ganzen Hin und Her-Gespringe was ich nun schon seit mehr als einem Monat betreibe. Ich habe immer mal wieder Gedanken, die ich mir fest vornehme im Blog festzuhalten und dann passen sie gerade nicht oder ich vergesse sie schlicht, weil so viele neue Eindrücke auf mich einwirken. Ich wollte schon seit einiger Zeit einen ganz allgemeinen Eindruck festhalten, der sich jetzt schon an einigen Orten bestätigt hat: Ich habe festgestellt es gibt mindestens zwei verschiedene Klassen bei den Reisenden. Die einen (zu denen ich mich zähle) sind diejenigen, die nur für einen absehbaren Zeitraum reisen, eigentlich ein ganz normales (und in den Augen der anderen Klasse langweiliges) Leben führen. Studenten, die ihren Abschluss machen müssen oder zu einem (auch selbst gesetzten) Zeitpunkt anfangen wollen (müssen) zu arbeiten oder Menschen, die sich für einen absehbaren Zeitraum aus dem Arbeitsleben verabschiedet haben um aber in nicht ferner Zukunft wieder in ihren Alltag zurück kehren. Diese Menschen hängen an ihrem „eigentlichen“ Lebensmittelpunkt, die Reise ist mehr Mittel neue Erfahrungen zu machen, ihren Horizont zu erweitern und das Gefühl zu haben, dass es auch noch anderes gibt. Sie vermissen die Heimat, investieren Zeit in das Schreiben von ausführlichen Blogs, suchen den Kontakt zu Freunden, Verwandten und Lebenspartnern. Für die andere Klasse ist das Reisen der Zweck. Die Gründe für die Wahl dieses Lebensstils sind unterschiedlicher Art, die Auswirkungen sind aber dieselben. Das Reisen wird zum einzigen Lebensinhalt, die Dauer ist nicht absehbar und auch die Auswirkungen auf das Danach sind noch nicht (oder besser wollen auch nicht) zu bemessen (sein). Um nur einige Stereotype zu bedienen: Meist ist diese Art von Reisenden schon rein äußerlich zu erkennen. Man gibt sich betont alternativ und lässig, singt Lieder von Manu Chao und kann meist auch ein Musikinstrument (meist Gitarre) um besser mit anderen in Kontakt zu kommen. Der ganze Habitus soll einen schon vermuten lassen: Oh, hier habe ich einen Aussteiger vor mir. Man versucht der normalen Welt und dem normalen Leben zu zeigen, dass es auch ohne sie geht. Der Blick auf die andere Klasse der Reisenden ist meist geprägt von etwas Mitleid und der Überzeugung, dass man es besser mache. Die beliebtesten Reiseziele sind Südostasien, weil das besonders alternativ ist (Naja inzwischen auch nicht mehr so sehr, da sich ja dort die ganzen Aussteiger treffen und man deswegen auch nicht mehr so alleine ist) und natürlich Indien. (Passt zum etwas meist meditativ geprägten Gehabe) aber auch die Mongolei, die immer noch als sehr außergewöhnlich gilt, obwohl ich den Eindruck hatte, dass sie inzwischen sehr gut touristisch erschlossen ist... Nein, es gibt auch Menschen, die es wirklich ernst meinen und nicht insgeheim nach Bewunderung für ihren Mut und ihre Courage lechzen. (auch die habe ich getroffen) aber meine leichte Abneigung gegen diese pseudo- Aussteiger hat sich in der Mongolei geformt, wo mir wirklich einige dieser Art aufgefallen sind. Entweder mit ganzem Herzen dabei oder man kann auch durchaus dazu stehen, dass man manchmal den Alltag vermisst. Man muss sich nicht schämen, dass man am normalen Leben hängt. Auch dieses hat soviel positives zu bieten und und es gibt Dinge die man mit Recht vermisst. Ich bin nicht zum Reisen geboren. Ich bin tief in mir doch ein kleinbürgerlicher Spießer aber ich wehre mich nicht dagegen. Ich freue mich auf zu Hause und auf all das was ich hinter mir gelassen habe (besonders auf dich Steffi !!!)...

Aber noch ist es ja nicht soweit...

Also Beijing. Ich hatte mit meinen Freunden aus Finnland ausgemacht, dass wir uns am Bahnhof in Beijing nochmal treffen um ordentlich voneinander Abschied zu nehmen. Das war bevor wir die Erfahrungen gemacht hatten, wie es auf einem Bahnhof in China zugeht und aussieht. Jeder volle Bahnhof in Deutschland ist überhaupt kein Vergleich zu der Masse an Menschen die in China auf dem Bahnsteig, in jedem Gang, in der Bahnhofshalle und auf dem Bahnhofsvorplatz warten, zum Zug eilen, aussteigen oder was auch immer tun. Es ist ein reines Chaos für den nicht an chinesische Verhältnisse gewohnten Reisenden. Ein lautes Rauschen von Stimmen (mehr ist es nicht, wenn man so gar nichts von der Sprache versteht und diese auch nicht gewöhnt ist), Gedränge von vorne und hinten. Mein erster Gedanke war, vielleicht sieht man sich ja am Ausgang aber da wird es noch schlimmer. Massen stürmen auf einen zu, wollen einen in ihr Taxi lotsen, Essen schmackhaft machen oder irgendetwas verkaufen. Schwer verständliches Englisch wird einem an den Kopf geworfen und man möchte am liebsten unsichtbar sein. Also auch hier nicht die geringste Chance meine Freunde zu finden. Zum Glück gibt es ja Facebook denke ich mir, ich bin ja schon mit Zweien von ihnen connected. Dann werde ich das eben als Verbindungsinstrument nutzen. Im Hostel angekommen, was ich gemeinsam mit einem Amerikaner aus meinem Zug auch ohne Probleme finden kann, muss ich aber feststellen, dass diese Freude verfrüht war. Nach mindestens drei gescheiterten Versuchen die Seite aufzurufen, erfahre ich schließlich über Yahoo (Google funktioniert auch nicht), dass Facebook in China gesperrt ist. (und das in dem Land das die meisten Endgeräte produziert auf denen man Facebook und Google nutzen kann...) Hier gibt es nationale Alternativen, die mir aber für mein Vorhaben nichts nützen. Ich habe mich also schon damit abgefunden, dass es mit dem ordentlichen Abschied nehmen nichts mehr, als ich mich am nächsten Tag aufmache die Stadt zu erkunden. Nach einem leckeren Frühstück, was aus drei an der Straße frisch zubereiteten Fleischspießen besteht, fahre ich mit der Subway Richtung verbotene Stadt um den erneuten Kampf mit den Massen auf mich zu nehmen und natürlich einen Haken hinter einen der verpflichtende Touristenschwerpunkte Beijings zu machen. Kaum aus der U- bahn herausgetreten höre ich meinen Namen. Ja, tatsächlich nicht irgendein chinesisches Wort, welches ähnlich klingt. Tatsächlich meinen Namen mit der richtigen Betonung. Und tatsächlich stehen Riina und Mari vor mir und wir sind alle nicht schlecht erstaunt, dass man sich in einer 20 Mio. Stadt einfach so über den Weg läuft. Zufälle gibt es... Wir freuen uns riesig und beschließen, den fast schon veralteten Kommunikationsweg E-Mail zu nutzen um ein gemeinsames Essen für den nächsten Tag zu planen. Am selben Abend erfahre ich schließlich von einem Zimmergenossen aus Australien, wie ich die Sperre umgehen kann. (Ohne Hilfe hätte ich das bestimmt nicht geschafft und auch er weiß nur wie es für 7 tage umsonst auf dem Smart-Phone funktioniert. Ich lade einen Client herunter installiere diesen, wähle einen Server aus einem beliebigen andern Land und nach weiteren Einstellungen, die ich schlicht von seinem Iphone abschreibe kann ich dann, wenn ich diesen Client aktiviere, über einen sogenannten Tunnel alle üblichen Funktionen nutzen. Na, verstanden...ich glaube ich würde es auch kein zweites Mal ohne Hilfe schaffen). Naja, wie auch immer...

Die verbotene Stadt war das Ziel. Und dieses erreiche ich auch, nachdem ich mich durch zwei Sicherheitskontrollen und eine wirklich unglaubliche Masse von Menschen gedrängt habe. Das Porträt von Mao lächelt mich vom Eingangstor breit an und ich kann mir aussuchen ob ich entweder eine traditionelle chinesische Kopfbedeckung aus Papier, Plastik, eine gute Armeemütze mit rotem Stern oder eine kleine chinesische Fahne kaufen möchte. Das sind Gegensätze, die mir erst im Nachhinein auffallen. Von denen dieses Land eine ganze Menge zu bieten hat...

 

Alle diese Menschen die ich von der U-Bahn bis zu Eingang der verbotenen Stadt angetroffen habe wollen natürlich auch dieses weltberühmte Bauwerk am östlichen Rand des Platzes des himmlischen Friedens besichtigen. Gemeinsam mit ihnen ströme ich durch das größte der vielen Tore mit abgefahrenen Namen (die ich mir natürlich nicht alle gemerkt habe, obwohl ich gewissenhaft jede englische Beschreibung durchgelesen habe...) und muss feststellen, dass drinnen schon tausende andere Besucher herumlungern. Noch mehr Hüte, Schirme, Fächer, Plastikbälle mit Gesichtern, Plastikkätzchen und weiterer Schund werden feil geboten. Alle 10 Meter bieten sich freundliche Chinesen als Guides an... Ach, ein wahres Touristenparadies...Aber was soll man machen, man kann ja nicht nach Beijing reisen und hinterher erzählen, dass man nicht in der verbotenen Stadt gewesen sei... Also schaue ich mir Tor um Tor, Halle um Halle, Statue um Statue und Thron um Thron an. Und der Palast ist wirklich beeindruckend, wären da nur nicht die ganzen Menschen. Vor jedem sehenswerteren Kunstwerk stapeln sich sozusagen die Menschen, die Kameras und Handys werden in die Höhe gereckt und es wird geknipst was das Zeug hält. Bloß nichts verpassen, man könnte ja die eine spektakuläre Sehenswürdigkeit verpassen die alle schon mal festgehalten haben...

 

Und das bei 32 Grad im Schatten bei einer Luftfeuchtigkeit die sich sehen (oder besser gesagt spüren) lassen kann und einer Luftverschmutzung, die einem die Tränen in die Augen treibt und den Rotz schwarz werden lässt...

 

Auf diesem Bild müsste man eigentlich die Sonne sehen aber der Smog....

Seis drum, es ist das bei weitem größte um mauerte Palastgelände, welches ich je betreten habe und alleine deswegen sehenswert und weil es ganz und gar nicht mit dem Stil zu vergleichen ist, den ich bisher in Europa betrachten konnte.

Eigentlich wollte ich danach Mao besuchen allerdings schließen die staatlichen Sehenswürdigkeiten in China sehr pünktlich um 17.00 (Arbeitnehmer freundlich!! ist ja schließlich auch ein sozialistisches Land), so dass dieses Highlight noch bis zum nächsten Tag warten muss. Stattdessen besuche ich eine restaurierte Passage der Altstadt, die nun ein Mekka für Touristen und Neu-Reiche Chinesen ist. Alle großen westlichen Marken sind hier vertreten. Lacoste, Nike, Adidas H&M, Zara usw. usw. und natürlich McDonalds und obwohl ich mir fest vorgenommen hatte in China nur nationale Küche zu genießen, so muss ich doch wenigstens dieses eine Mal hier ein Menü bestellen. Natürlich gibt es bei McDonalds in China auch den ganzen „normalen“ Kram allerdings ist es das erste mal dass ich in einem Restaurant des Fast-Food Multis ein speziell auf die Bedürfnisse des Landes abgestimmtes Angebot finde. Bestellen kann man ein Menü aus zerschnittenen Rinder- oder Hähnchenfrikadellen (dieselben die sonst den Inhalt der Burger bilden) in einer Kombination mit Sojasauce, Reis und einem chinesischen Kohlsalat.

 

Ich finde das aus dem Grund besonders erwähnenswert, weil es zeigt wie anders und besonders die chinesische Kultur ist, wenn sogar McDonalds gezwungen ist seine Produktpalette zu ändern. Ich habe das bisher in keinem anderen Land (weder europäisch noch asiatisch) gesehen. Nebenbei gesagt ist dieses Menü geschmacklich aber nicht zu empfehlen. Schuster bleib bei deinen leisten kann ich da nur sagen....

Der Besuch bei Mao am nächsten Tag ist dann allerdings auch nicht so verlaufen wie ich mir das vorgestellt habe. Alle Besucher müssen sich in eine hunderte von Metern lange Schlange einreihen, werden von chinesischem Sicherheitspersonal, welches in regelmäßigen Abständen neben den zur Ordnung mahnenden Metallzäunen aufgestellt ist, regelrecht zur Eile angetrieben.( Von manchen sogar in englisch wenn sie einen Touristen in der Schlange entdecken: Go, Go, Go!) So hetzt man relativ schnell zur Sicherheitskontrolle. (an der ich mein schon seit zwei Monaten wohl gehütetes finnisches Feuerzeug abgeben muss und natürlich nie wiedersehe. Ich war noch nie so traurig über den Verlust eines so alltäglichen Gebrauchsgegenstandes. Es war mein zweites in Finnland gekauftes Feuerzeug und ich habe noch nie eines so lange besessen...)

Vor dem Eingang gibt es weiße Blumen zu erstehen, die man vor der großen Mao- Statue im Eingangsbereich des Mausoleum niederlegen kann. Tatsächlich tun dies tausende und es entsteht ein Berg aus Blumen, die regelmäßig von Bediensteten weggetragen werden müssen, weil sie sonst die Sicht auf die Statue unmöglich machen würden. (Ich glaube ja die machen ein Riesengeschäft mit den Blumen und verkaufen diese mehrmals täglich an verschiedene Leute. Die von der Statue weggetragenen Blumen werden einfach wieder an die Verkaufsstände gebracht....) Allerdings ist das niederlegen von Blumen die einzige Möglichkeit zumindest einen kurzen Moment im stillen Gedenken zu verweilen, die Besucher ohne Blumen werden hemmungslos weiter getrieben um den Zug von Menschen nicht ins Stocken geraten zu lassen. So haste ich also in den Raum, der die eigentliche Ruhestätte Maos darstellt und habe kaum sein Gesicht erkennen können, da bin ich auch schon wieder auf der anderen Seite hinaus getrieben worden. Natürlich sind auch keine Fotos erlaubt, so dass man sich wenigstens zu Hause das Ganze ein wenig länger anschauen könnte. Würde und Respekt konnte ich in diesem Mausoleum- Marathon nicht erkennen... Natürlich kann man sich beim Ausgang mit allen erdenklichen Mao- Souvenirs versorgen. Bilder, Stifte, Uhren, Büsten, Plaketten, Buttons...Alles was das Herz begehrt. Natürlich kaufe auch ich mir eine Kleinigkeit zu Erinnerung, an dieses interessante Erlebnis.

Auch um die Hinterlassenschaften der olympischen Spiele 2008 kommt man in Beijing nicht herum. Das Vogelnest und der Aquapark sind in der Dunkelheit aber auch wirklich sehenswerte architektonische Überbleibsel. Alles leuchtet, blitzt und blinkt und natürlich auch hier Massen von Menschen... Ich habe im Internet gelesen, dass es besonders beeindruckend sein soll, dass Ganze von oben zu betrachten und aus diesem Grund ein Hotel mit Skybar direkt am Rand des Olympiageländes sehr empfehlenswert sein soll.

 

Mit einem marokkanischen Bekannten aus meinem Hostel fahren wir also in den dreißigsten Stock und gönnen uns in dieser Nobelbar eine Flasche Wein für umgerechnet 40 Euro, die wir uns teilen und dabei allen Luxus geboten bekommen den man eigentlich nur aus Filmen kennt. Die Weingläser werden zwischendurch gewechselt, ein Kellner schenkt regelmäßig nach und die Flasche ist in einem Bottich aus Eis gelagert der neben unseren Tisch gestellt wird. Wir bekommen eine Käseplatte gereicht und können noch dazu den fantastischen Ausblick über das erleuchtete Olympiagelände genießen. Ach ja, Reich zu sein muss herrlich sein... Nein, nicht wirklich. Um ehrlich zu sein habe ich mich die ganze Zeit wie fehl am Platze gefühlt und wir sind von den anderen Gästen wohl auch ein wenig herablassend betrachtet worden. Ich denke nur weil wir Ausländer sind hat man uns überhaupt hereingelassen. Das ist kein Leben welches ich führen könnte und möchte aber es war mal eine interessante Erfahrung...

Ach ja die Finnen... nachdem wir es glücklicherweise geschafft haben trotz der chinesischen Restriktionen in Kontakt zu bleiben, habe ich von ihnen das Angebot bekommen gemeinsam die große chinesische Mauer zu besichtigen. Sie hatten durch ihren chinesischen Kontakt einen Fahrer organisiert bekommen, in dessen Van noch ein Platz für mich frei war. Das erspart mir die komplizierte und zeitaufwendige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gerne nutze ich diese Gelegenheit obwohl ich mir sicher bin, dass ich auch den Trip mit den Öffentlichen gemeistert hätte. Schwieriger als in Russland kann es ja nicht sein und das hat letzten Endes ja auch immer funktioniert. Wir haben uns einen wundervoll bewölkten Tag ausgesucht um an die große Mauer zu reisen. Das verspricht eine klare Sicht und wahre Postkarten Motive, die mit der Kamera festzuhalten sind. Und so ist es schließlich auch. Nach einer Fahrt mit der Seilbahn zur Mauer und nachdem uns von hinderten chinesischen Straßenhändlern T-Shirts, Fotos und andere Souveniers angeboten worden sind, erreichen wir schließlich das einzige Bauwerk, welches vom Weltall aus zu sehen sein soll.( Es ist übrigens ein Gerücht, dass man die chinesische Mauer vom Mond aus sehen kann, ausschließlich von der ISS kann man sie erkennen, was auch schon außergewöhnlich genug ist und das auch nur mit einem Weitsichtobjektiv) Und wir sehen erstmal nichts, bis wir nicht direkt vor ihr stehen. Nachdem wir sie betreten haben können wir uns quasi vorstellen wie malerisch und wundervoll dieser Blick jetzt sein könnte. Auch haben wir am Touristen-Basislager genug Fotos gesehen wie es aussehen könnte. Wir können nicht weiter als 20m blicken...

 

Aber wir versuchen uns nicht frustrieren zu lassen und machen uns auf den Weg den begehbaren Abschnitt der Mauer abzuschreiten und uns vorzustellen wie es so als chinesischer Wachmann gewesen sein muss bei den Wachgängen. Und eines können wir feststellen, die Wächter damals müssen extrem fit gewesen sein. Es geht auf und ab, auf und ab, die Steigungen sind teilweise halsbrecherisch und mit dem speziell mit dem aktuellen schwülen Wetter werden wir nicht nur durch den einsetzenden Nieselregen nass. Die Mauer ist voll von amerikanischen Touristen, sie bilden hier eindeutig die Mehrheit. (Na, man muss den größten Konkurrenten um die Vormachtstellung in der Welt schließlich kennen) Wir sehen die typischen stereotypen Familien, Vater, fett mit Schnauzbart, Mutter, fett mit hässlichem bunten Kleid und chinesischen Fächer bewaffnet und die zwei Kinder ebenfalls fett, alle mit Kameras behängt, laut, offensiv aber meist freundlich. Zwei Stunden brauchen wir um den Abstiegsort zu erreichen und wegen des unfreundlichen Wetters haben wir auch nicht die Motivation länger dort zu verweilen, der Blick könnte wirklich besser sein und wir fühlen uns auch eher wie im Dschungel. Das war es also, das erste Weltwunder, welches ich wirklich live besichtigen konnte. WOW, wirklich beeindruckend war es nicht aber es ist schön mal dort gewesen zu sein. Es ist wie mit dem Nordkap, wirklich viel hängt vom Wetter ab und entscheidender ist das Gefühl, mehr als die tatsächliche Erfahrung.

Die endgültige Trennung unserer Gruppe, in die ich nach den vielen gemeinsam gemachten Erfahrungen wirklich gut integriert bin wollen wir bei einem sehr typischen chinesischen Essen zelebrieren. Und was passt da besser in Beijing als als das Essen einer Peking Ente (oder mehrerer bei so vielen Leuten). Dank des lokalen Guides der Finnen gehen wir in das als das beste geltende Enten- Restaurant Beijings. Die Verständigung ist auch hier nicht einfach und wir bestellen zwei Enten und verschiedene Beilagen und warten einfach mal ab was passiert. Und natürlich Bier, schließlich soll es ein stilechter finnisch-deutscher Abschied werden... Der Koch filetiert die Enten direkt am Tisch und die Bedienung versucht uns durch Vorführung zu zeigen, wie man das Fleisch und speziell die Haut zu sich nehmen soll. Die Haut mit der dünnen Fettschicht wird Stückchenweise in Zucker gerollt und zergeht danach wirklich wie Butter auf der Zunge, es ist ein wahrer Genuss. Das eigentliche Fleisch wird gemeinsam mit klein geschnittenem rohen Gemüse und verschiedenen Saucen in dünne Fladen gekleidet und nach einem komplizierten Faltmuster zu Taschen geformt, die man dann mit einem oder zwei Bissen verschlingen kann. Falten nur mit Stäbchen gestaltet sich nicht ganz einfach und es ist die größte Herausforderung des Abends eine einigermaßen formschöne Tasche ohne die Hilfe der Finger zu Stande zu bringen. Nach einigen Versuchen lernt man allerdings kleine Tricks und die Fertigkeit wächst... Nach dieser wunderschönen gemeinsamen Zeit kann ich nur sagen: Ein Hoch auf die finnisch-deutsche Freundschaft. Es war wirklich großartig. Ich werde bestimmt nach Finnland zurückkehren. Das Land und vor allem die Menschen ziehen mich an...

Ich habe mir alle nennenswerten Sehenswürdigkeiten in Beijing angeschaut aber ich möchte euch hier nicht mit allen Einzelheiten langweilen. Es waren wunderschöne Paläste darunter, großartige Parks, die ich in Beijing gar nicht vermutet hätte, buddhistische Tempel und einige Museen.

 

Ich möchte nur vom chinesischen Nationalmuseum noch etwas ausführlicher berichten. Es ist ein wahrhaft gigantisches Bauwerk am Rande des Platzes des himmlischen Friedens. Es soll die ganze Stärke und den Einfluss des chinesischen Staates repräsentieren.

 

Es ist Heimat hunderttausender verschiedener Exponate aus der chinesischen Geschichte, es ist aber auch eine Ausstellung mit afrikanischer Kunst eingebunden, die die besondere Verbundenheit Chinas mit dem afrikanischem Kontinent hervorheben soll. Das Museum ist eben auch außerordentlich politisch. Das wird einem besonders in der zentralen Ausstellungshalle bewusst in der die Geschichte der chinesischen Revolution und die ersten Jahre der kommunistischen Herrschaft in wunderschönstem sozialistischen Realismus festgehalten sind. Eine Menge hochgereckter Fahnen, muskelbepackte Arme und kantige in die glorreiche Zukunft gerichtete Gesichter.

 

Besonders interessiert hat mich die Ausstellung über die neuere chinesische Geschichte seit dem Tod Maos und die Darstellung der damit verbundenen vor allem ökonomischen Neuerungen. Es ist eine Ausstellung mit einer Menge Bilder, Graphiken und orginalem Anschauungsmaterial. Die Gestaltung ist sehr ansprechend aber leider sind nur die zentralen Inhalte in einer Art Zusammenfassung auf englisch dargestellt. Die meisten Informationen sind ausschließlich auf chinesisch. Der Grund könnte sein, das man die Touristen nicht an der Art und Weise teilhaben lassen will, wie sich der chinesische Staat in Szene setzt. Aber alleine die Zusammenfassungen sind spannend zu lesen. Mit viel Energie und meiner Meinung nach inneren Widersprüchen versucht man eine sozialistische Marktwirtschaft zu rechtfertigen und zu erklären. Sozialismus mit chinesischen Charakteristika ist der offizielle Sprachgebrauch. Die dargestellten Statistiken scheinen dieses Modell bestätigen. Wachstum in allen Lebensbereichen...

 

Mein Eindruck ist allerdings, dass nur die absolute staatliche Kontrolle vom eigentlichen sozialistischen Modell übrig geblieben ist. Eine Marktwirtschaft ist eine Marktwirtschaft und hat nichts mit Sozialismus zu tun. Die Menschen allerdings scheinen dieses Modell zum Großteil zu akzeptieren (noch). Früher oder später werden allerdings auch die noch gut von der Regierung verdeckten Widersprüche deutlicher hervortreten und dann wird die Kontrolle nicht mehr zu halten sein. An vielen Rändern bröckelt es schon jetzt.

Das Museum gibt sich auf jeden Fall alle Mühe den Eindruck entstehen zu lassen, das das System außerordentlich beliebt, akzeptiert und eine große Errungenschaft ist und China zum führenden Staat in der Welt machen wird.

Ach ja und dann war da ja noch der Zoo... Seit bestimmt 15 Jahren war ich nicht mehr im Zoo und da habe ich mir gedacht Beijing bietet die Gelegenheit und dann ist es auch noch (und das war der eigentliche Grund der mich inspiriert hat) der einzige Zoo der Welt, in dem man den großen Panda besichtigen kann. Also habe ich mich auch hier in die Fluten der Massen gestürzt und an einem extrem heißen Tag versucht meine Vorurteile gegenüber Tiere gehalten in Käfigen über Bord zu werfen. Letztendlich ist mir das nicht gelungen. Zoos sind wirklich keine schönen Orte. Man sieht den Tieren ihre Unzufriedenheit Regelrecht an. Auch wenn man sich in Beijing wirklich große Mühe gegeben hat, zumindest für die meisten eine möglichst Arten nahe Haltung zu ermöglichen. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich die Tiere in einem Ambiente wohl fühlen, indem die Luft von Kinderschreien angefüllt ist und ständig dutzende von Kameras in ihre Richtung blitzen.

Zu meiner Enttäuschung waren die Tiere bei über 30 Grad im Schatten auch nicht zu wirklich großer Bewegung aufgelegt, so dass man die meiste Zeit dösende, sich in der hintersten Ecke des Geheges verkrochene Geschöpfe bewundern konnte. Aber auch hier gilt: Immerhin habe ich jetzt mal einen großen Panda live gesehen.

Das Wetter war durchgehend heiß und nicht besonders Sightseeing freundlich aber zumindest konnte ich ab meinem dritten Tag auch die Sonne sehen, nachdem diese vorher von der dichten Smog- Glocke über der Stadt verdeckt worden war. Ein starker Platzregen am Abend vorher hatte den Himmel im wahrsten Sinne des Wortes sauber gewaschen.

7 Tage Beijing waren wirklich eine außergewöhnliche Erfahrung aber die Zeit reicht dann auch. Es wäre wirklich interessant gewesen innerhalb von China noch weiter zureisen, ich habe von anderen Reisenden erfahren, dass man das Land super und auch günstig mit dem Zug erschließen kann. Aber ich kann ja nicht alles machen in nur drei Monaten. Diese Erfahrung muss noch warten. Ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde...

Wie es der Zufall so will, hält mich dieses Land aber noch einen zusätzlichen, ungeplanten Tag fest. Reisen mit dem Zug in Russland ist wirklich leichter als das Reisen mit dem Flugzeug in China. Mein günstiger gebuchter Flug soll mich erst nach Schanghai und dann weiter nach Tokio führen. Am internationalen Flughafen in Beijing werde ich von der Anzeigetafel an einen Schalter geführt, der wohl als Multifunktionsschalter dient. Es ist keine Beschreibung mit einer Flugnummer vorhanden, weil, wie ich später herausfinde, hier die verschiedensten Flüge abgefertigt werden, die mit einer chinesischen Airline nicht auf direktem Wege an ihr Ziel geführt werden. Leider sind die Ansagen nur auf chinesisch und Tokio hat im chinesischen eine andere Bezeichnung oder jedenfalls eine komplett andere Aussprache. Ich stehe also eine Weile Hilflos herum, bis ich durch Durchfragen endlich einchecken kann. Mein Flug hat 2 Stunden Verspätung und ich mache mir schon Gedanken darüber ob ich nach 23.00 Uhr noch ordentlich vom Narida Airport in Tokio wegkomme. Soweit soll es aber gar nicht erst kommen. Nach dem gut 2 -stündigem Inlandsflug erwartet mich und weitere 4 Reisende, die denselben Flug gebucht haben, in Schanghai dann auch eine Dame mit einem Schild „Transfer nach Tokio“. Erleichtert schließe ich mich der Frau an, die uns erstmal zum Gepäckband führt, was mich schon ein wenig wundert, weil bei Transfers das Gepäck ja normalerweise automatisch zum nächsten Flugzeug gebracht wird. Das uns angebotene Gepäckband spuckt allerdings unsere Rucksäcke und Koffer nicht aus. Die uns zugeteilte beschäftigte der Chinese Eastern Airlines schaut auch ein wenig ratlos und führt uns zu dem Gepäckband mit wohl falsch beschrifteten Gepäckstücken, auch hier nichts... Dann verschwindet die Frau einfach für eine Weile und lässt uns mitten im Flughafen stehen. Nach einer Weile kommt sie wieder und erklärt meinen Mitreisenden etwas auf chinesisch. Auf meine Nachfrage kreuzt sie nur die Hände und schüttelt den Kopf. Meine Mitreisenden verschwinden in verschiedene Richtungen und ich werde langsam richtig nervös, weil ich nicht weiß was hier eigentlich passiert. Zum Glück ist einer der japanischen Mitreisenden in der Lage wenigstens ein bisschen Englisch zu sprechen und mir zu erklären, dass wohl alle Flüge von Schanghai heute gestrichen worden sind. Er ist aber super panisch und aufgeregt, weil er sich in Schanghai eigentlich mit seiner Frau und seinem halbjährigen Sohn treffen wollte um denselben Flug nach Tokio zu nehmen. Er weiß nun nicht was mit seiner Frau und seinem Sohn ist... Ich folge einfach der Gruppe, die sich auf den Weg macht irgendetwas zu klären, weil ich nicht weiß was ich sonst machen soll... Der Flughafen ist das reinste Chaos, weil alle Flüge gestrichen worden und nun verzweifelte Reisende die Beschäftigten bedrängen. Alles ist nur in chinesisch. Laute Diskussion, Streitigkeiten bis hin zum Geschrei und kleineren Handgreiflichkeiten....Mein japanischer Übersetzter ist so panisch, dass er auf meine Nachfragen nur von seiner Frau berichtet. Ich weiß eine lange Zeit einfach nicht was los, was mit meinem Gepäck ist und wie es weitergehen soll. Obwohl ich ja sonst eigentlich nur schwer aus der Ruhe zu bringen bin muss ich ehrlich zugeben, dass ich zwischendurch auch einige Momente von Verzweiflung verspüre... Endlich nimmt sich ein Beschäftigter der Airline unserer an, der auch ein wenig englisch sprechen kann und mir erklärt, dass für uns jetzt ein Hotel gebucht wird und ein Platz in der nächsten Maschine nach Tokio am kommenden Tag. Auch taucht er nach 10 Minuten mit unserem Gepäck auf, so dass ich langsam wieder völlig ruhig werde. Leider ist es schon 23.00 als wir endlich im Hotel ankommen und wir brechen am nächsten Morgen um 7.00 Uhr zum Flughafen auf, so dass ich leider nicht die Möglichkeit bekomme auch noch Schanghai zu erkunden....

Glück auf und bis bald.

11.7.13 17:09


Chapter 2- act 5: Ulan Bator Mongolia

First I have to make a small addition to my blog-entry about Irkutsk, which will be decisive for my trip in Mongolia. When I was the first and only day in Irkutsk in the hostel a girl asked me where I´m from and what I´m doing here. The first steps of a typical hostel conversation. What was not typical was her accent. I was almost sure that these accent must be from the country, which I learned to love in the last months: Finland. After I heard someone saying: „Joo, Niii...“, I was really sure, that these people must be Finnish. And so it was. But they were not only Finnish, additionally they were also open minded and friendly, which are not the typical Finnish stereotypes;-) Anyway, this meeting will give my trip a special note...

But first I have to tell two more details about my staying at the Baikal. One is really nice and the other more scary, especially for me in this remarkable situation. When I came back from the Baikal trail the opportunity was offered to me to try the Russian style of sauna, called Banja. I had the luck to experience this with a Russian „guide“, which I met at the Hostel. Sasha is a Russian, who works since several years in New Zealand as a travel guide and came back to Russia for Holidays. He introduces me in the mysteries of the Banja. More wet then the Finnish style and not so warm, more comfortable and... I get a lot of information and the advertisement would have convinced even the most skeptical person. We drunk beer together, put the latter also on the hot stones and punished each other with oak-twigs. At the end there was also a broth of plants which I put on my hair for a better health of them. All in all a very beautiful and healthy experience... The experience not so nice, was that at the next day in the evening when I sat outside with some other travelers, my stomach began to stumble. I had to go and try to find a comfortable position for me and my stomach I tried really hard and fought a good time but finally I had to give up and let my feelings go the way they want... You will know what I try to say with this formulation. The whole night was terrible, especially because I knew that I have to take the train to Ulan Bator the next day... 60 passengers in one coach, one toilet and me in this situation...Unimaginable... I tried in the night to calm my stomach with tea and hoped that at least the tea would remain in my body... Fortunately the green tea helped and so I found a few hours of sleep and could eat some noodles with salt in the morning. They also remained inside and I started to feel better a little bit, with the exception of my raw throat and the bad taste in it.... I knew 30 ours in the train: I have to eat something and recover my energy, so that I can manage the travel and the way to the next hostel. To my relief, everything went fine and I could hold all the things I ate... But also these situations are a part of the real travel- experience...

With the train to Ulan Bator I traveled the first time in the second class ( because there is no 3rd class in international trains). The difference is not so big then I had thought. You have a bit more space for your feet and you can shut the door to the hallway, in the place where normally are two more beds. The toilets are the same and there is also only one for the whole coach. In my cabin I stayed with a nice Norwegian couple. He is studying philosophy, so we could discuss a lot... I do not share his opinion about the development of human thinking... Not only with laws and regulations you can change human habits. I rather believe that you have to open opportunities to the people and they will show that they are social beings and not the wolf of men... but this a philosophical question which is not answered finally... The first night without alcohol but in the second night he put out the Russian Standard in gold. (which is the best vodka I drunk so far... Not the normally appearing bitter taste in your throat. It is like you would drink tasty water... Wonderfull...) I contributed the beer, so that we had a lively conversation until we get forced to go to bed by the Russian train-stewardess...

One very useful thing is that they have a Samovar with boiling water in every train. I mention it now for the first time, because on this part of my trip I used this opportunity the first time... But you have to buy the right Chinese or Korean noodle soup when you really want to enjoy it... a spoon or a fork in the box is very useful, otherwise you have to use your pocketknife for eating and this is not so comfortable, when there is only the knife and a can-opener which fulfill at least a little bit the used functionality.

When I started this part of my trip I was quite sure that 1,5l of water and 1l of juice would be enough to drink but I had not in mind that the sun would be shining all the time and we would have at least 30 degrees in the cabin... At the Russian side of the border I spent my last 40 rubles for an additional liter of water but during the waiting time of 4 hours this provision decreased dangerously. From the Russian side to the Mongolian side of the border I rationed my last drops of water (which were at this time quite warm and not really refreshing) and started to dream of a coke with 3 degrees. ( what advertisement can do with your mind...) I think in Mongolia when we had one hour to go out of the train I had the best coke of my life.... But I have to tell something more about the experience at the Russian side of the border. It was a little bit scary... When we arrived the place the staff told us that we have at least two hours to walk around. We came back after one hour just to be sure and our train has vanished... It was just gone. No sign of it anywhere... After a little while the train came back. Only one locomotive and our coach. But also the locomotive disappeared after it has left the coach at the railway station. So the coach was standing there. Lonely and full of surprised foreign tourists. Nothing happened for a few hours.

 

There was no electricity in the coach, no wind to cool it down, the sun was burning and so the coach got warmer and warmer...Finally we were brought to the Mongolian side of the border by two locomotives and there a couple of Mongolian coaches were added, so that you could call the vehicle a real train after that and after a additional half hour of fear (because the border police took away our passports without an explanation... Finally they made just the stamps) we continued our travel to Ulan Bator.

The arriving in Ulan Bator was very comfortable because I get picked up at the railway station and didn´t have to find the way on my own, which had been difficult in a city, in which the signs are also only in Cyrillic and no one speaks English and there is not at all a subway or or a tram which helps you to bridge the longer distances.

My first task in this city was to get my train ticket to Beijing, because without this in my hands I couldn´t have slept well. I had a discription from the Russian travel agency and a bad feeling because Google maps do not know the mentioned address. With the map of the travel agency and a approximately imagination of the place where I have to search I get on my way... Finally it was not really difficult, I found the place and got my ticket. I also found a statue of the young Lenin, which was definitely a change to all the serious looking statues of him before. As a young man he looked almost sympathetic... Of course I saw also at least 2 statues of the great Genghis Khan on my way, which is almost omnipresent in Mongolia. (Genghis beer, vodka, chocolate...)

In the evening the Finnish group from Irkutsk arrived and we deepened our friendship with a good meal in a Korean restaurant (I love Kimchi!!!) and some beers. (Of course Finns and a German together, that can not work without beer...) The next day we planned a trip together through Mongolia... Its very important not to stay longer then one day in Ulan Bator, because this city is not the nicest on earth. The most interesting things are some statues of Genghis Khan (the one in front of the Mongolian parliament is the biggest of them), a big statue of Buddha (which you can see only through a fence at the moment because they are building a kind of park around it) and the great war memorial in memory of the second world war, which was build during the soviet period of Mongolia. This monument is not only interesting because of its socialist realistic style but mostly because of its position on a hill and the nice view one have above the city. (You see exactly the difference between the new modernized parts and the poor suburbs of the city)

 

 

No, one did not come to Mongolia to see the capital, you have to see the countryside. With six people and a schedule of four full days we could book a all inclusive tour to the most beautiful parts of Mongolia with the exception of the Gobi desert.( This had required two flights because the country is a little bigger than I had thought before and the Gobi desert is not very closed to the capital) We had a driver (which is necessary because the streets most times are no streets in the normal sense and there are no signs at all, so you have to know the way...) and a guide, which is nice to communicate with the people and get some information about the country and the way of living in it.

 

First we went to central Mongolia, to a so called semi-desert. There you have also the typical Mongolian steppe and also some desert- influences like dunes. Our accommodations for the three nights were Mongolian nomad families. So we had to relinquish of everything which for indulged people from Europe is normal to feel comfortable. (electricity, sanitary devices and of course the internet...) Arrived at the first family, we had the luck to see like the family changed to their summer residence a few km from the place were they have settled for the winter.(we learned that the place of residence is oriented to the needs of the animals, shelter, water etc.) The tents (called GERs) are for the whole family living room, bed room, dining room together. There is no private sphere, no place to hide. They are also looking very stable, but you can rebuild them in less than half an hour and also to put the different parts together takes not more than an hour. Inside they have normal furniture, like beds, wardrobes, a mirror and carpets. It´s quite comfortable, when you imagine that it is in fact not more than a tent. The center of the tent is a little oven, where they burn the dung of the animals , because they have no trees in this part of Mongolia. First I was l little bit skeptical but, if you nourish the animals in a natural way and not with some additional products, like they do in the industrial farming, then the dung is quite pure and is not smelling a bit!

After we helped to rebuild the tent. I climbed a hill to have a better view over the countryside. What opened before my eyes at this place, was definitely one of the most beautiful places I´ve ever been in my life.( and I´m sure that it was the most beautiful place, where I ever drunk a beer). Short before I reached the highest point I saw two eagles starting to fly because I disturbed their silence, a little river crosses the country like a snake, horses and camels in small groups and every few km a white GER or two...Really amazing...

 

 

The warm food we get from the families was quite good...no cooked sheep heats or similar disgusting things, like it is told in the TV. The snacks and the breakfast is instead a little bit different.. Dried yoghurt from goats and different kinds of cheese (sheep and goat) which have a taste you can not describe very good, but they are not more then interesting... The traditional drink, the milk tea is at the beginning a thing one have to get used to but after the second cup the combination of green tea, milk and salt is actually very tasty and I miss it now even a little bit.

On the second day of our trip we started the day with camel-riding. Of course we were in the semi-desert, so there were camels and after the soviet period, in which the animals were state property, they have owners now and because we were so lucky persons our host family owns a few so that we could made this nice experience The riding for its own was actually not so bad, no sea-sickness (like I heard you could get when riding a camel) and with the shape of the camels one have even a natural saddle, in which it is quite comfortable. On the other side reviewed from a short distance camels are one of the most ugliest animals in the world ( they have hair only at a few parts of the body and the bumps on the back are not as stiff as in our imagination, they are more like half full sacks) and they are smelling like the hell... But it was an experience which I do not want to miss.

 

On our way to the next family we visited a national park, which is famous for its special wild horses, which are existing in the free nature only in this park. They have 66 chromosomes instead of 64 as a normal horse. I don´t know really what this means. (with the exception that I know now that they are not able to couple with the normal horses like one of the Finnish women, who is an biology teacher explained me) Perhaps they behave like animals only if humans are close because they have recognized that their life is much easier in this way...

In the administration building of the park we get a personal show from one of the most popular Mongolian bands, which play traditional Mongolian music with traditional instruments but also interpret the songs in a new way. To sing with the throat sounds really weird, sometimes I thought that there is a bird inside the room and sometimes I had the feeling that the singer will start to puke in a few seconds. But it was actually quite nice. Not that I want to hear this music every day but in a special mood and with a view into the nature it would be very mystical. From the park to our destination our guide told us, that the distance is 100km. For this 100km we needed at least 6 hours. After four hours I had the feeling, that we will never reach our destination. Our driver had lost orientation in the dark in a Mongolian mining area, where are a lots of „streets“ but no signs, no existing map and probably normally the driver uses landmarks as orientation, which he could not see in the dark. In the car we tried to stay calm, with telling stories and conversation. In this way I experienced that they had the German TV- series „Marienhof“, „ein Fall für Zwei“ und „Der Alte“ in Finland in German language with Finnish subtitles. They have really exported the masterpieces of the German movie-industry...

We passed several times the same points and I was short before to ask the driver just to stop and to wait until daylight. Finally we all tried to sleep to bridge the time because the driver don't want to give up. And so after ours of asking and searching we finally arrived our GER at 3 o´clock in the night. Until now it is a secret for me how Gamba ( name of the driver) found the way to this place in the middle of nowhere.(Perhaps the family gave lightning-signs, which you can see over several km, because we were now in a green steppe without any hills). The family this time has a Kasachian origin, which means that they are Muslims and have a few other traditions. Their way of living is instead almost the same compared to Mongolian nomad families. The only difference this time was that they had something like a toilet, which means a hole in the ground, surrounded by a wooden barrier. But this was not because they are Kasachian... The milk tea was a little bit different (less salt) and we were allowed to drink alcohol only in secret, but this was not really a problem, because at three a clock in the night we had only the wish to sleep and at the next morning we started before lunch... On our way to the next national park, we passed the most impressive Genghis statue I have seen until yet. ( Nothing to wonder, it is the biggest Genghis and the biggest horse-riding statue in the world). They just build a 40 meters statue made from stainless steel in the middle of nowhere. It looks very strange. The wide green steppe with small hills and then like lost during the transport this monster of architecture. But of course a whole touristic area should follow, but until yet only some basements were build. So we paid entrance for this extraordinary experience and have seen also the biggest shoe in the world (Guiness world record proved, which is a part of the entrance hall). To build this more then 200 cows have died explained a proud tour guide...

The next part of Mongolia we reached then, is a area like the Rocky mountains or the alps. A beautiful countryside but also loved by domestic tourists, because its very closed to Ulan Bator. So it was not the same feelings like the days before. They even had a Karaoke-GER in the village...

Because it was our last evening and because we are Finns and a German we wanted to buy beer on our way to the destination but unfortunately it was the presidential election in Mongolia on the next day and the government adopted a decree that three days before the election no alcohol should be sold... So we were forced to stay dry.

That was before our Mongolian hosts asked around in the small village and finally found a 3 liter bottle of beer for us. In addition we had a half liter vodka bottle left and our hosts served us two bottles of self distilled Mongolian „vodka“ which had the taste of very sour yoghurt and smelled like horrible goat cheese but was actually not so bad to drink. At least after the second cup... So we had a funny evening and night, and I had a bad hangover at the next morning... And this was the horse- riding day. So, with a headache and a sick stomach on the horse and I was not really feeling like a cowboy... (Actually it was my first time on a real horse, until now I had only ridden pony's and the last time is at least fifteen years ago)

So, to make my blog entry of my Mongolian experience a round one have to add only one additional story from the train from Ulan Bator to Beijing. My Finnish friends met a Finnish lady in the bord restaurant and after they told her that they met a German socialist in Russia she wanted to make my acquaintance. So they picked me up in my cabin and I started to drink and to talk with the lady. Not short after my arrival I told my experience about my international workers day experience in Helsinki and especially about the singing of workers songs. (I also described this in my blog before) So the woman with the name Johanna, searched in her I phone for a moment and presented me some workers songs. And at it was unimaginable, we started to sing the „International“ together in a train to China. 3 Finns, a German and a Swede from Johanna's group in three languages and not silent because we had already drunk a few beers. (I don´t want to know what the staff of the train had thought, did they almost abandoned the real existing socialism 20 years ago...) Finally I can only say a hurrah to the Finnish-German friendship!!!

3.7.13 06:36


Chapter 2- act 4: Novosibirsk, Irkutsk und der Baikal

Novosibirsk and Irkutsk

What has once happened can not happen twice, it would be nice if it were as easy like this. But unfortunately it isn´t... The journey to Novosibirsk was no problem. I made another experience that it is possible to understand each other even if both didn´t understand the language of the other. It is not easy but it works... A elderly women want to change her place with me, because she wanted to be next to her grandchild, so I gave up my “comfortable” place, where I could hung my legs in the hallway of the coach and sleep stretched out for a bench under the ceiling with borders on both sides, which are made definitely for smaller people...Additionally you can not sit in this place and when the people on the lower beds want to sleep you are forced to go to your bench even if you originally want to read a little bit more and look out of the window. So this night and in total the whole journey was not really comfortable.

Arriving in Novosibirsk I started to find my hostel, which I found easily in ten minutes, because the description was good and they had send my also some pictures, which I could use as an orientation. I dialed the number on the intercom which they had given to me... One time, no answer... The second time, no answer... Third time no answer... OK, perhaps I´m to early, because I wrote them that I will arrive half past six and now it is 10 minutes after 6. So I sat down and waited. I was looking for persons, who went into the door and would be probably the hostel manager. But no one was coming. A few minutes after half past six, I tried it another time. After the second ringing it appeared a voice in the intercom I was really relieved and said my name and my reservation number expecting that in the next moment the door would open. But nothing opened only the voice talked to me something in Russian. I said that I do not understand a word and said the name of the hostel and that I want to come in. Another question in Russian.. The question was repeated and after I said in my despair just the same things that I had said before the connection in the intercom was closed and the door remained closed. I dialed the number another three times but no one replied, so I was standing another time in a complete strange city without a place to sleep and all my luggage on my back. This time I went to Kentucky Fried chicken ( I think some of the fast food chains must have made special contracts with the whole city, because in Novosibirsk only KFC was present, no Burger King or McDonald's and in Yekaterinburg only McDonald's and nothing else...) to use the WiFi. But this time I didn´t find another hostel in a short time (The energy of my Iphone was at 15%). So I booked a room in an hotel directly at the railway station. It was not the worst decision: 70€ with breakfast, in the 18th floor, with a few about the whole city, double bed, big TV screen, 64 channels, WiFi, bathtub. A welcome luxury after two weeks of hostels and trains...

 

The city in principle is much nicer then Yekaterinburg. Not that you have more beautiful buildings or less socialistic realism but the feeling is just better. It is hard to describe but the effect of Novosibirsk is much more friendly. The streets are wider, the parks greater and more green and even the big Lenin statue in front of the opera seems to smile... Really impressive sights are not to be find but the combination of streets musicians, an amusement parks next to the river, and friendly appearing people makes this city very interesting. Back at the railway station I met an Austrian couple, which frightened me a little bit about the states of chines railway stations ( because they had traveled in India and China until yet and now wanted to go to Vladivostok) but I will see it is to early to disperse my thoughts with that....

 

The journey from Novosibirsk to Irkutsk at the Baikal lake will be the longest until yet: more then 30 ours in the train and another two time zones. This time I had fortunately a comfortable but when I want to put the linen on my pillow I found that there was no left for me. In every area the pillows were occupied and also the steward could not help me, even if I really understands what I had wanted from him. So I had to use my jacket as a pillow, what was quite uncomfortable because the jacket vanished all the time in the rift between bench and wall... But you can not imagine my suffering, if you have not really experienced the same situation... I spend the whole day with reading and looking out of the window... by the way my Tolstoy is now read by two-thirds!!! The country side is in the fullest green and there are flowers overall. Unimaginable that this region is in the winter totally freezed and occupied by meters of snow... I made my first acquaintances in the train: Two young Russian men in my age. One could speak a little bit of English and translated for the other and after a few vodka, everything was much easier. Pyotr is in the oil business and Ruslan a worker. Much information couldn´t be transferred but at least it was a friendly conversation and the first time that I get in contact with locals outside of a hostel... ( The night was horrible, Ruslan who had the bed besides me, was not very careful with the consumption of vodka so he was so drunk that he didn´t hear his mobile, which ringed every 15 minutes with terrible Russian pop, during half of the night...)

The hostel in Irkutsk keeps its promises and some one opened me the door. Happy from this reappearing faith in Russian trustfulness I took a nap and made my way to discover the city, which is mostly famous for its nearness to the Baikal and therefore not a great attraction for its own: But also here are some nice places which could be found, besides others the regional museum (which was unfortunately only in Russian), the house of the Decembrists (which was also only in Russian) and a monument for the fallen soldiers in the great patriotic war.

 

But also interesting were the shopping centers, which have a totally different system. Many small shops, which offer often the same stuff, I a big hall. It remembers me of the system of South Korea. In little things like that one can recognize that the European influence is growing smaller and smaller, as much as one get to the east of Russia. Sometimes it is strange to realize that one is since two weeks on the way in one and the same country...

 

Der Baikal

Um von Irkutsk zum Baikal See zu gelangen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die günstigste und schnellste ist mit einem der Minivans zu fahren, die eine in Deutschland unbekannte Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs darstellen. Diese Vans können bis zu 14 Menschen transportieren , fahren auf festen Routen, sind aber keine gewöhnlichen Busse. Die Stopps können vom Fahrer und den Fahrgästen selbst gewählt werden und der zu zahlende Preis bestimmt sich nach der zurückgelegten Strecke. Die Vans fahren erst wenn sie voll besetzt sind, das heißt einen festen Zeitplan kann es nicht geben... Nach gemütlichen, sehr gedrängten und mit ständigem wischen der Scheiben von innen( die ständig aufs neue beschlagen auf Grund der abgegebenen Hitze der Insassen und dem ersten wirklichen Regentag, für mich, seit was weiß ich wie vielen Wochen) verbrachten 1.5 Stunden erreiche ich das Örtchen Listvianka direkt an der Küste. Ich habe eine Vorstellung im Kopf wie der Baikal See aussehen müsste und wie er für mich wirken sollte. Einsame steinige Strände, malerische Fischerdörfer umrandet von grün bewachsenen Bergen... Nur die grünen Berge sehe ich wirklich, die restlichen Vorstellungen werden leider zu Anfangs nicht bestätigt. Massen von zu meist russischen Touristen bevölkern den Ort, überall wird einem versucht Souvenirschrott an zudrehen, an jeder Ecke wird geräucherter Fisch und Schaschlick angeboten und lautstark beworben. Der Ort ist voll von Ausflugsbooten und Attraktionen für Kinder. Alles ist Schweine teuer und es gibt keinen ordentlichen Supermarkt. Alles in allem ein wahres Tourismus- Paradies.... Ich bin wirklich enttäuscht... Zumindest das Hostel ist viel versprechend... Nach einem holprigen Weg in ein Tal hinein und vorbei an vielen zerfallenen aber auch neuen Häusern, erreiche ich das Baikaler Eco- Hostel. Mehrere kleine idyllische Häuschen aus Holz an einem Berghang gelegen bilden dieses wirklich zu empfehlende Refugium.

 

Der Ausblick auf die Berge ist malerisch und man befindet sich abseits des ganzen Trubels. Aber hier kann ich ja nicht einfach vier Tage lang bleiben. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch meinen Postkarten blick auf den Baikal zu erhalten und entscheide mich ein Stück des großen Baikal trails zu dem nächsten nördlich gelegenen Ort zu laufen. Der zu Anfangs noch gut ausgeschilderte Wanderweg führt mich durch herrliche Birken und Nadelwälder mit einer am Boden reichen Flora und Fauna. Blumen in den verschiedensten Farben, die Farne und Gräser in dem sattesten grün. Es ist wirklich idyllisch...

 

Ich bin mir sicher, dass ich irgendwo auf dem Weg die Orientierung verloren habe und einen „falschen“ Wanderweg genommen habe. Der Karte nach habe ich als ich die Küste erreiche schon 2/3 des Weges geschafft und bin dabei erst 2 Stunden unterwegs gewesen, wobei die gesamte Strecke eigentlich 6 Stunden in Anspruch nehmen soll. Ich mache also eine lange Pause an der Küste, die ich hier ganz für mich alleine habe, weil ich es ja schon fast geschafft habe, und bin dann doch überrascht als ich während des Laufens merke, das meine Einschätzung wohl falsch war. Ich bin nochmal gut dreieinhalb Stunden unterwegs und komme doch sehr erschöpft in einem kleinen, nicht vom Massentourismus geprägten Örtchen an. (Mit wie ich später erfahre 50 festen Einwohnern und einigen Ferienhaus- Besitzern).

 

Die Strecke an der Küste entlang, ist eine der schönsten Wanderrouten (aber auch nicht in jedem Abschnitt vollkommen ungefährlich) die ich je gelaufen bin. Der Blick auf den See, gleicht dem auf das Meer, die steilen Felsküsten, die wie Zähne in das Wasser ragen, könnten auch einem Bild entsprungen sein. Ich finde sogar einen Sandstrand, an dem man sich wirklich entspannt sonnen könnte, wären da nicht die verschiedensten Insekten, die sich sogleich über einen her machen, wenn man ein wenig zur Ruhe gekommen ist.

 

Das Hostel im Ort bietet keinen großen Komfort, dass würde in diesem wunderschönen Ort, der an vielen Stellen wirkt wie aus einer anderen Zeit, aber auch nicht passen. Fast möchte man sich nur mit Wasser aus dem See waschen, was allerdings bei einer Temperatur von höchstens 12 Grad keine angenehme Sache ist. Da greift man dann dann doch gerne auf das im Boiler erhitzte Wasser zurück.... Zum Trinken hingegen eignet sich das Wasser hervorragend, es ist erfrischend und hat einen vorzüglichen Geschmack, wenn es nicht gerade an der Küste von Listvianka geschöpft wurde. Den Rückweg lege ich komplett an der Küste zurück, was sich gerade im letzten Abschnitt als echtes Abenteuer erweist. (Ich hätte den Weg durch den Wald zurück aber auch gar nicht wählen können, da ich die Abzweigung nicht mehr finde, die ich einen Tag vorher noch heruntergekommen bin. So kraxele ich in den Felsen herum und versuche immer einen sicheren Stand zu finden, was mir nicht immer gelingt. Aber so ein paar Herzschlag- Momente gehören schließlich dazu, wo wäre denn sonst das Abenteuer... Außerdem bin ich nicht der einzige der diese abenteuerliche Route gewählt hat. Ich treffe ein paar junge Russen, denen das herum springen auch Spaß macht...

Glück auf und bis bald!

21.6.13 02:31


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